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Über das Entstehen des Deutschen Monistenbundes (DMB)
Es war kein Zufall, dass sich unter den Gründern und fortlaufend auch unter den führenden Persönlichkeiten besonders viele Naturwissenschaftler inkl. Ärzten befanden. Waren es doch gerade die Naturwissenschaften, die um die Jahrhundertwende bereits auf Jahrzehnte voller triumphaler Entdeckungen und Verfahren zurückblicken ließen, und waren es doch auch in besonderem Maße die Erkenntnisse der Naturwissenschaften, die jedem Denkenden unzählige Behauptungen und Aussagen der Bibel und anderer Religions-”Offenbarungen” über die Welt, die Natur und über den Menschen als geistiges Gerümpel einer Vergangenheit von tausend oder dreitausend Jahren erkennen ließen.
Und war doch das Gründungsjahr 1906 zugleich auch das Jahr, in dem der deutsche Klerikalismus neue Erfolge feiern konnte, in dem nämlich im größten Lande des Deutschen Reiches, in Preußen, das nach dem berüchtigten Dreiklassen-Wahlrecht gewählte Abgeordnetenhaus das reaktionäre Volks-Schulunterhaltungsgesetz verabschiedete, das die Trennung der “Volksschüler”, d.h. damals etwa 90 % aller jungen Preußen, nach ihrer Konfessionszugehörigkeit fixierte. Bis 1918 begann jeder Schultag eines preußischen Volksschülers mit Religion; Thron und Altar waren wieder einmal gerettet und hatten abermals “der Afterbildung, der irreligiösen Massenweisheit, der pfauenhaft aufgestutzten Scheinbildung und dem vergifteten Zeitgeist” eine Abfuhr erteilt; die Jugend konnte weiterhin erzogen werden “in christlicher, vaterländischer Gesinnung und in häuslicher Tugend”.
Aus allen Berufszweigen und allen Gesellschaftsschichten aber strömten bald nach den ersten Kundgebungen und literarischen Veröffentlichungen in Zeitschrift und Buchform die Mitglieder in großer Zahl zu, so daß in schneller Folge Dutzende von Ortsgruppen im Reichsgebiete entstanden. Und schon nach fünfjährigem Bestehen konnte die fünfte Hauptversammlung des Bundes als Erster Monisten-Kongreß vom 8. bis 11. September 1911 in Hamburg gestaltet werden. In Wirklichkeit war es ein ein internationaler Kongreß, Redner und Teilnehmer kamen aus verschiedenen Teilen der Welt, aus Dänemark, Schweden, Schweiz, USA, Frankreich, Finnland, Brasilien, Ungarn, Spanien, Rumänien, England, Rußland, und in größter Zahl natürlich aus dem Deutschen Reiche, das damals noch 540.000 Quadratkilometer umfaßte.

Über das Tradtionssymbol der Freigeistigen Aktion für humanistische Kultur e.V.  

"Zur Deutung des Symbols liegen keine offiziellen Erklärungen des DMB vor. Jedoch lässt sich folgende Deutung auf Grund sekundärer Beschreibungen angeben: Das Sechseck, als altes Symbol der Geometrie, Astronomie und Astrologie, soll Vereinigung der Kräfte (also der monistisch-freidenkerischen Bewegung) symbolisieren, ähnlich der Vereinigung von Kräften als Symbol in der Astrologie. Die lodernde Flamme steht als Symbol für die brennende Flamme der Wahrheit der Wissenschaft. Der Sternenhimmel über der brennenden Flamme weist darauf hin, dass die Flamme der Wahrheit der Wissenschaft alles ausleuchtet und erhellt, was sich unter dem Sternenhimmel befindet, also alle Dinge auf Erden. Im Gegensatz zur brennenden Fackel der Freidenker soll das alleinige brennende Feuer den monistischen Grundgedanken ausweisen, dass die Wahrheit von Subjekt und Objekt in monistischer Einheit bedingt ist und nicht primär vom Subjekt abhängt, wie die von einem Individuum zu tragende Fackel der Freidenker symbolisiert."  
(aus: Heiko Weber und Olaf Breidbach: "Der Deutsche Monistenbund 1906 bis 1933" in: "Darwin, Haeckel und die Folgen -  Monismus in Vergangenheit und Gegenwart", erscheint im Herbst 2006 im ALV)


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