|
|
|
| Prof.
Ernst Haeckel wurde 1834 in Potsdam geboren.
Nach seinem Abitur 1852 in Merseburg studierte er Medizien in Würzburg.
1856 war er Assistent bei Rudolf Virchow, 1857 promovierte er, 1858 machte
er sein Staatsexamen. In den Jahren 1859 und 1860 reiste er 15 Monate durch
Italien, worüber er auch Reiseberichte verfasste. 1861 wurde Haeckel
Privatdozent in Jena, 1862 berief man ihn zum außerordentlichen Professor.
Mit
seinen Forschungsergebnissen (unter anderem dass der Mensch vom Affen abstamme)
erregte Haeckel zum Teil Unmut und Ärger in der zeitgenössischen
Wissenschaft. Haeckel war Systematiker, Morphologe, Spezialist für
'niedere' Meerestiere, Botaniker, Anatom, Zeichner und Maler und Evolutionist. |
|
|
| Veröffentlichungen
- Auswahl
-
1874 Anthropogenie oder Entwicklungsgeschichte des Menschen
-
1899 Die Welträthsel
-
1904 Die Lebenswunder
-
1910 Sandalion |
|
| Forschungsthemen
-
Quallen (medusen),
-
Strahlentierchen (Radiolarien)
-
Korallen (Anthozoen)
-
Schwämme
(Spongia)
-
Kristalle
-
Entwicklungstheorie
-
Monismus |
|
Leseprobe:
"Die
Welträtsel", Kapitel “Unsere monistische Sittenlehre”
Das
praktische Leben stellt an den Menschen eine Reihe von ganz bestimmten
sittlichen Anforderungen die nur dann richtig und naturgemäß
erfüllt werden können, wenn sie in reinem Einklang mit seiner
vernünftigen Weltanschauung stehen. Diesem Grundsatze unserer monistischen
Philosophie zufolge muß unsere gesamte Sittenlehre oder Ethik in
vernünftigem Zusammenhang mit der einheitlichen Auffassung des “Kosmos”
stehen, welche wir durch unsere fortgeschrittene Erkenntnis der Naturgesetze
gewonnen haben.
Wie
das ganze unendliche Universum im Lichte unseres Monismus ein einziges
großes Ganzes darstellt, so bildet auch das geistige und sittliche
Leben des Menschen nur einen Teil dieses “Kosmos”, und so kann auch unsere
naturgemäße Ordnung desselben nur eine einheitliche sein. Es
gibt nicht zwei verschiedene, getrennte Welten: eine physische, materielle
und eine moralische, immaterielle Welt. (...) |
|
| Kapitel:
“Lösung der Welträtsel”
(...)
Die monistische Überzeugung von der physikalischen und chemischen
Einheit des unendlichen Kosmos, die wir dadurch gewonnen haben, gehört
sicherlich zu den wertvollsten allgemeinen Erkenntnissen, welche wir der
Astrophysik verdanken, einem neuen höchst interessanten Zweige der
Astronomie. Nicht minder wichtig ist die klare, mit Hilfe jener gewonnene
Erkenntnis, daß auch dieselben Gesetze der mechanischen Entwicklung
im unendlichen Universum ebenso überal herrschen wie auf unserer Erde.
Eine gewaltige, allumfassende Metamorphose des Kosmos vollzieht sich ebenso
ununterbrochen in allen Teilen des unendlichen Universums wie in der geologischen
Geschichte unserer Erde; ebenso in der Stammesgeschichte ihrer Bewohner
wie in der Völkergeschichte und im Leben jedes einzelnen Menschen.
(...) |
|
|