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| Pariser
Erklärung der IHEU
Der
16. Weltkongress der IHEU fand vom 5. bis 7. Juli in Paris statt, um an
den 100. Geburtstag des Gesetzes zur Trennung von Kirche und Staat zu erinnern.
Basierend auf dem Erbe der nordamerikanischen Revolution, dem 1. Artikel
der US-Verfassung (1791) und der mexikanischen Revolution, markierte dieses
französische Gesetz das Ende einer Reihe von Ereignissen in der laizistischen
Bewegung, angefangen bei der Aufklärung und der Französischen
Revolution, um den Menschen in den Lebensmittelpunkt zu stellen.
Überall
auf der Welt, auf allen Kontinenten, haben Humanisten seit Jahrhunderten
für den Triumph der Gewissensfreiheit gehandelt und tun es immer noch.
Die Gewissensfreiheit ist die Grundlage der menschlichen Emanzipation und
kann vom Kampf für die demokratischen Freiheiten nicht getrennt werden.
„Der
Mensch ist das Maß aller Dinge“ sagte schon Protagoras vor Tausenden
von Jahren im antiken Griechenland, der Heimat des Begriffs des Bürgers.
Im alten Indien, 600 Jahre vor unserer Zeitrechnung, wurde dieses humanistische
Prinzip bereits durch die antiken Carvakas bestätigt: „Die Moral ist
ein Phänomen der Natur. Sie ist ein sozialer Vertrag, eine Verbesserung
und kein göttliches Gebot. Es ist absolut nicht notwendig, Instinkte
und Gefühle zu kontrollieren. Sie sind Gebote der Natur. Das
Ziel des Lebens ist leben und das Glück bleibt die einzige Weisheit.“
(Zusammenfassung)
Der
Mensch, das ist zuerst sein Gewissen und seine Freiheit, es zu nutzen.
Niemand hat mittels politischem, kulturellem, religiösem, wirtschaftlichem
oder staatlichem Zwang die Berechtigung, uns Menschen unsere Gewissensfreiheit
zu verbieten oder einzuschränken.
Gewissensfreiheit
kann es dort nicht geben, wo die Religionen der Gesellschaft ihren Stempel
aufdrücken. Laizität ist die Forderung gleicher Rechte für
Religionsanhänger und Nichtreligiöse. Humanisten haben immer
die Aktionen unterstützt, die die Laizität in der Gesellschaft
und den Institutionen aufbauen, indem das Gleichheitsprinzip für Gläubige
und Nichtgläubige gefordert wird.
Für
die IHEU und ihre Mitgliedsorganisationen muss der Staat laizis-tisch bzw.
neutral sein; das heißt weder religiös noch atheistisch. Zu
fordern, dass es eine vom Gesetz anerkannte tatsächliche demokratische
Gleichheit zwischen Gläubigen und Humanisten gibt, bedeutet auf keinen
Fall, dass alle Mitglieder der IHEU alle Ansichten aus der gleichen philosophischen
Perspektive sehen. Wir sind absolut nicht dazu verpflichtet, absurde und
reaktionäre Behauptungen, egal wie alt sie sein mögen, zu respektieren.
Wirklicher Humanismus bedeutet, die Gewissensfreiheit durch die Methode
der freien Wahl auszuüben.
Die
Eroberung gleicher Rechte für alle ist ein positiver Schritt in Richtung
Laizismus, und die Trennung von Religionen und Staat ist dabei ein notwendiges
Mittel. Die laizistischen Garantien dürfen somit nicht nur einfach
legal sein, sie müssen Verfassungsrang haben – wie sonst kann man
gleiche Gewissensfreiheit für alle garantieren? Ein Gesetz ohne Verfassungscharakter
kann durch eine einfache Änderung der Mehrheitsverhältnisse ersetzt
werden. Darum ist die institutionelle Trennung der Religionen und der Staaten
überall auf der Welt eine Forderung der IHEU. Das ist die Aufklärung,
die den Weg der Völker und der Nationen erleuchtet. Die Geschichte
eines jeden Volkes, einer jeden Nation ist naturbedingt verschieden. Es
gibt Länder wie die USA, dort ist der Staat laizistisch, aber nicht
die Gesellschaft. In Frankreich sind Staat und öffentliche Schulen
laizistisch, was durch das Gesetz von 1905 verankert ist, und die Bürger
haben eine wirkliche Gewissensfreiheit. Es gibt so viele verschiedene Geschichten,
wie es verschiedene Länder gibt.
Für
die IHEU muss jeder Weg, der von den verschiedenen Völkern und Nationen
genommen wird, letztendlich zur Trennung der Religionen und Staaten führen.
Alle laizistischen Errungenschaften müssen beibehalten, verteidigt
und erweitert werden. Darum hat der 16. Weltkongress der IHEU in Paris
beschlossen, dass die Trennung von Kirchen und Staaten zu seiner internationalen
Hauptthema wird. Der 16. Weltkongress wurde in den Räumen der UNESCO
und der Universität Sorbonne in Paris vom 5.–7.07.2005 abgehalten,
zwei große geschichtsträchtige Namen, die bereits im Kampf um
den Sieg eines aufgeklärten Humanismus Zeugen waren. Der Kongress
setzt sich ein für eine authentische Trennung von Religion und Staat,
überall in der Welt. |
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| Internationales
Jugendtreffen in Paris, IHEYO-Konferenz 2005
Bereits
zum vierten Mal haben sich junge Humanisten und Freidenker aus aller Welt
getroffen, um in Zusammenarbeit mit anderen neue Ideen für ihr Land
zu erlangen, neue Kontakte zu knüpfen in Zeiten der Globalisation
und ihre Aktivität in humanistischen Organisationen weiter zu entwickeln
und zu stärken. 43 Konferenzteilnehmer aus 20 Staaten waren dieses
Jahr vertreten, darunter Teilnehmer aus Zypern, der Dominikanischen Republik,
Ukraine, Estland, USA, Russland, Indien, Israel, Belgien, Finnland, Norwegen,
Island, Deutschland …. Themen der diesjährigen Veranstaltung der International
Humanist and Ethical Youth-Organisation (IHEYO) im Juli 2005 in Paris waren
„Interculturalism“ und die aktive Teilnahme der Jugendlichen an neuen Projekten
und Ideen für eine bessere Zukunft.
Innerhalb
der sechs Tage, die wir vor allem in Marly-le-Roi, einem Vorort von Paris
verbracht haben, waren die Teilnehmer dazu angehalten, eigene Projektideen
im Austausch mit anderen zum Leben zu erwecken. Diese wurde in einem Wettbewerbsverfahren
dann einer Jury vorgestellt, welche das beste Projekt bzw. die beste Idee
für ein Projekt gekürt hat. Vielleicht sind unser Wissen und
unsere Erfahrungen mit Humanismus sehr unterschiedlich, aber wir haben
alle einen gemeinsamen Wunsch: die Verbreitung humanistischer Werte, besonders
in der Jugend, wodurch wir uns eine bessere internationale und interkulturelle
Verständigung in der Zukunft vorstellen können.
Vollgepackt
mit neuen Ideen und vielen neuen Freundschaften quer über den Globus
verteilt, ging es dann für alle Teilnehmer wieder zurück in ihre
Heimat. In den nächsten Monaten heißt es dann, die geplanten
Projekte in die Tat umzusetzen, weitere internationale Kooperationen zu
beginnen, zu vertiefen oder auch verstärkt im Heimatort aktiv zu werden.
Und auf eines freuen wir uns ganz besonders: das Wiedersehen bei der IHEYO-Konferenz
2006.
Silvana
Uhlrich
Humanistischer
Freidenkerbund Brandenburg |
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| Die
Bedeutung unseres Nachbarn – religiöse Toleranz in multikulturellen
Staaten und Gemeinschaften
Die
alten Erziehungsmuster kommen im 21. Jahrhundert an ihre Grenzen und werden
durch den religiös motivierten Terrorismus und Fundamentalismus bedroht.
In einer IARF-Konferenz zu obigem Thema vom 21.–24. Juli 2005 in Cluj-Napoca/Klausenburg
wurden die damit zusammenhängenden Probleme beleuchtet. Folgende Schlussfolgerungen
wurden gezogen:
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Religiöse Freiheit ist ein von dem Grundwert der Nicht-Diskriminierung
und Toleranz abgeleiteter Wert.
-
Die Verletzung der religiösen Freiheit ist aber gleichzeitig ein Frühindikator
für schwelende ethnische Konflikte.
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Die Verfassungen können nur Grundwerte festschreiben.
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Deshalb ist es konsequent, wenn sich Artikel 2 und 4 der EU-Verfassung
auf diese Grundwerte beschränken.
-
In einer multikulturellen Gesellschaft, wie sie heute in allen europäischen
Staaten existiert, kann das Monopol der Werteerziehung nicht mehr alleine
den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften überlassen werden.
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Es macht Sinn, ähnlich wie in Brandenburg (LER) und nun auch in Berlin
(Ethik), für alle Schüler einen integrativen Werteunterricht
in den multikulturellen Klassenverbänden einzuführen, der Nicht-Diskriminierung
und Toleranz in den Mittelpunkt der Werteerziehung stellt.
-
Der konfessionelle Religions- und Weltanschauungsunterricht bleibt davon
unberührt.
-
Es muss aber eine Grammatik des Religions- und Weltanschauungsunterrichtes
eingezogen werden, die über die konfessionellen Grenzen hinaus die
Toleranzentwicklung und Nicht-Diskriminierung zum Inhalt hat.
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Die verfassungsmäßig garantierten Grundwerte stellen den übergeordneten
Wertekonsens dar und stehen über den abgeleiteten Werten wie z.B.
der religiösen Freiheit.
Die
religiös motivierten Morde in den Niederlanden (van Gogh) und in Deutschland,
hier insbesondere die Frauenmorde in türkischen Familien in Berlin,
und die Terroranschläge in Europa und Übersee haben die Teilnehmer
sehr nachdenklich gestimmt und zu dieser erweiterten Betrachtung geführt.
Horst
Prem
Vizepräsident |
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Tsunami-Folgen
in Indien
Koordinator
der Katastrophenhilfe Vikas Gora bei Freidenkerbund in Nauen zu Gast /
Freidenker-Jugendgruppe plant Austauschbesuch und Hilfsprojekt vor Ort
Es
ist ein Teufelskreis: „Der Tsunami überspülte weite Küstenabschnitte
mit Meerwasser, das den Boden versalzen und auf lange Zeit unfruchtbar
gemacht hat. Die Menschen verloren ihre Ernte und Lebensgrundlage, flüchten
nun in Großstädte, wo sie in den Slums landen. Kinderarbeit
und -handel, Prostitution und eine rasant steigende HIV-Infektionsrate
sind die verheerenden Folgen“, sagte Vikas Gora Anfang August in der Nauener
Begegnungsstätte des Freidenkerbundes. Mit klaren Worten und Bildern
erzählte der indische Gast des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland
(HFH) von seiner Arbeit als Direktor des „disaster managements“ (Katastrophenhilfe)
im südindischen Andhra Pradesh. Der Bundesstaat mit der größten
Küstenlinie Indiens (1050 Kilometer) war vom Tsunami am 26. Dezember
vergangenen Jahres schwer getroffen worden.
Das
von der Familie Gora aufgebaute Atheistische Zentrum und den HFH verbindet
seit knapp zehn Jahren eine enge Freundschaft. Bereits vier Mal besuchten
junge deutsche Freidenker aus dem Havelland das Zentrum, um vor Ort die
Hilfsprojekte, sozialen Einrichtungen, Menschen und Kultur kennen zu lernen.
Ebenso oft begrüßten die Freidenker indische Gäste im Havelland.
Vikas Gora nutzte einen Europatrip, um beim HFH Station zu machen und von
seiner aktuellen Arbeit zu erzählen. Denn in knapp zwei Monaten wird
sich wieder eine deutsche Gruppe junger Freidenker und Humanisten auf den
Weg nach Indien machen: Diesmal vor allem, um im von der Flutwelle heimgesuchten
Gebiet zu arbeiten – und zu helfen.
Soforthilfe
konnte der Verein bereits im Januar, nur wenige Tage nach der Katastrophe,
leisten: „Der Freidenkerbund war die erste Organisation, die uns sofort
mit Spendengeldern half“, dankte Vikas Gora. Von den über 1200 Euro,
die durch den Besuch des HFH-Vorsitzenden Volker Mueller direkt und in
bar im Atheistischen Zentrum übergeben werden konnten, wurde zunächst
die zerstörte Fischerausrüstung ersetzt. 280 Fischerfamilien
gewannen somit relativ schnell wieder ein Stück Normalität zurück.
„Vijayawada,
die Stadt, in der sich das Atheist Centre befindet, war von der Welle nicht
direkt betroffen. Aber unsere Organisation arbeitet seit 28 Jahren in der
Küstenregion, die sehr oft von verschiedensten Naturkatastrophen heimgesucht
wird“, berichtete Vikas Gora, der seit November 2004 die Katastrophenhilfe
vor Ort koordiniert. Dürren, Überschwemmungen, Zyklone und zuletzt
die Flutwelle – seit Jahrzehnten kamen die beiden Districts Krishna und
Prakasam (vergleichbar mit deutschen Landkreisen) in Andhra Pradesh nicht
zur Ruhe. „Der Tsunami aber richtete weitaus verheerendere Folgen als alle
anderen Naturgewalten an.“ Langfristig müssen nun die Felder wieder
fruchtbar und die Küstenhäuser bewohnbar gemacht werden, es fehlt
noch immer an Booten und Netzen. Für die unabhängige Zukunft
von Frauen werden Ausbildungsmöglichkeiten gebraucht. Vikas Gora betonte,
dass sich nur so der Teufelskreis aus Armut, Verelendung, Zwangsprostitution
und letztlich Aids durchbrechen ließe.
Momentan
konzentriert sich die Arbeit des Atheistischen Zentrums auf 16 Dörfer
in beiden Küstendistricts, weitere sollen dazu kommen. „Wenn wir einem
Ort helfen wollen, dann komplett. Wir verteilen also nicht ein wenig Hilfe
hier und ein wenig dort“, sagte der 32-Jährige, der gerade an seiner
Doktorarbeit zum Thema Katastrophenhilfe schreibt und bereits vier Hochschulabschlüsse
vorweisen kann.
Die
zwölfköpfige HFH-Jugendgruppe, die am 3. Oktober nach Indien
aufbrechen wird, soll in kleineren Gruppen tagsüber in Dörfern
nahe der Küste unterwegs sein. „Geplant ist, dass wir Mangrovenbäume
pflanzen, die auf natürliche Art den Küstenstreifen befestigen.
Außerdem sind Aufbauarbeiten an Häusern und Gesprächsrunden
mit den traumatisierten Menschen vor Ort geplant“, sagte HFH-Mitarbeiterin
Katrin Jura, die die Reisegruppe leiten wird. Vikas Gora, der im Grunde
genommen direkt aus den betroffenen Gebieten angereist war, konnte den
Mitreisenden bereits viel über ihre Aufgaben vor Ort erzählen.
Während ihres Aufenthalts wird er sie auch dort betreuen: „Das Atheistische
Zentrum freut sich sehr über Eure Bereitschaft zur Hilfe. So können
wir alle zusammen wieder ein Stück Zukunft für die Küstenbewohner
und ihre Familien sichern.“
Wer
mit einer Geldspende, die ohne Abzüge und direkt übergeben wird,
den Wiederaufbau in den indischen Distrikts Krishna und Prakasam unterstützen
möchte, wendet sich bitte telefonisch an die HFH-Geschäftsstelle
Nauen: 03321/ 450746, Mail: freidenker-havelland@web.de.
Sie
kann auch überwiesen werden auf das Konto des HFH bei der Bank für
Sozialwirtschaft, Nr.: 3329800, BLZ:10020500, Verwendungszweck: Spende
Indienhilfe.
Marie
Prott
Humanistischer
Freidenkerbund Havelland |
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Weimarer
Republik, ist es wieder soweit?
Bestandsaufnahme
wider die politische Perspektivlosigkeit
Vom
30.9.–3.10.2005 findet in Scharbeutz an der Ostsee ein Seminar zu diesem
Thema statt, veranstaltet vom Jugend- und Familienbildungswerk Klingberg
e.V. in Zusammenarbeit mit der Unitarischen Akademie und dem Dag-Hammarskjöld-Institut
Stuttgart.
Inzwischen
stehen wir alle in der Bundesrepublik vor dem Problem der fehlenden Perspektive,
die sich nicht nur in den Arbeitslosenzahlen, sondern auch im dramatischen
Rückgang der Geburtenzahlen niederschlägt. Alles Symptome, die
in den 30er Jahren zum Zusammenbruch der Weimarer Republik geführt
haben.
Wie
erreichen wir wieder Vertrauen in die Zukunft unseres Gemeinwesens? Hat
die Europäische Union mit ihrem gescheiterten Verfassungsentwurf dennoch
stabilisierende Wirkung auf unser demokratisches Gemeinwesen, das offensichtlich
erhebliche Schwierigkeiten hat, einen gesellschaftlichen Konsens herbeizuführen?
Welche Aufgaben haben wir als Bürger, zu diesem Konsens beizutragen?
Der Fragenkatalog kann endlos fortgesetzt werden.
Die
Verfasser unseres GG haben durch die Erschwerung der Parlamentsauflösung
eine Radikalisierung des politischen Lebens verhindern wollen. Wir befinden
uns aber durch Sozialabbau und den eingeläuteten Prozess der Parlamentsauflösung
auf einem gefährlichen Weg, der dem der Weimarer Republik ähnelt.
Strukturprobleme
sind nicht durch Sozialabbau und Parlamentsauflösung in den Griff
zu bekommen, sondern durch neue Ideen der Problemlösung. Diese Ideen
wollen wir im Rahmen dieses Seminars sammeln und Vorschläge zur Lösung
der Probleme vorzeichnen. Es geht um konsensfähige Strategien, die
in die Politik eingebracht werden können und die Kurzatmigkeit der
Parteiprogramme überwinden helfen.
Am
Freitag gibt es nach einem gemeinsamen Abendessen um 19 Uhr eine Eröffnungsrunde.
Am Samstag geht es um 9.15 Uhr weiter mit dem Vortrag von Olaf Christensen:
„Ist die Bundesrepublik verfassungsrechtlich stabil?“ Es folgen noch die
Vorträge von Horst Prem: „Wie ist Generationengerechtigkeit erreichbar?“,
Stephan Mögle-Stadel: „Der Schatten von Weimar – Vom nationalen Parteien-
zum globalen Wirtschaftsfaschismus“, Uwe Janke: „Auswirkungen der Perspektivlosigkeit
im kommunalen Bereich“, Ernst Mohnike: „Erziehung zum Konsens im demokratischen
Gemeinwesen“ Eduard Lumpe: „Erfahrungen aus einem erfolgreichen Unternehmerleben“,
Wigmar Bressel: „Bürokratische Hemmnisse aus der Sicht eines Jungunternehmers“,
Helmut Kramer: „Bürokratische Hemmnisse bei der Leitung eines freien
Ingenieurbüros“, sowie Aussprachen dazu und eine Podiumsdiskussion:
„Wo liegt der gesellschaftliche Konsens und die Perspektive?“
Tagungsort
und Übernachtung: Jugend- und Bildungsstätte Klingberg, Fahrenkampsweg,
23684 Scharbeutz/Klingberg, Tel. 04524/9388 Fax 04524/1483.
Anmeldung
bis 15.9.05 an diese Anschrift, z.H. Astrid Steinbach. Seminarkosten inkl.
Logis und Verpflegung bitte erfragen.
Horst
Prem
Olaf
Christensen |
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| Praktische
Humanität
Auf
der 58. Landesversammlung der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz
in Hassloch konnte Präsident Siegward Dittmann zwei verdiente Mitglieder
mit dem silbernen Ehrenzeichen auszeichnen: Marianne Bauer, Hassloch, und
Hugo Linnenfelser, Fußgönheim.
Marianne
Bauer (75) führt seit vielen Jahren, zuerst gemeinsam mit ihrem Mann
Werner und nach dessen Tod allein regelmäßig zweimal im Jahr
Busausflüge für die Gemeinden Hassloch, Neustadt, Lambrecht und
Iggelbach durch. Diese sind nicht nur bei Gemeindemitgliedern sehr beliebt,
sie haben außerdem ein festes Stammpublikum gefunden. Darüber
hinaus ist sie seit Jahren Kassiererin des Freireligiösen Wohlfahrtsverbandes
Pfalz und kümmert sich seit 1994 um die Gemeindemitglieder in Hassloch.
Dass sie nebenbei auch seit 1994 im Landesvorstand vertreten ist und bei
den Seniorennachmittagen in Ludwigshafen aktiv dabei, versteht sich schon
fast von selbst.
Genauso
aktiv ist der zweite Geehrte, Hugo Linnenfelser (80). Nach seinem Eintritt
in den Ruhestand 1988 stellte er sich weiterhin ehrenamtlich der Gemeindearbeit
zur Verfügung. Seit 1993 ist er nun Revisor der Landesgemeinde und
der Gemeinde Ludwigshafen, übernahm allmählich auch weitere Revisionsaufgabe
beim Freireligiösen Wohlfahrtsverband Pfalz und Ludwigshafen. Regelmäßig
war er bei den Senioren mit seinen Diavorträgen zu Gast, arbeitete
zusammen mit Peter Rauch an der Archivierung der Gemeindeunterlagen und
erstellte ein ausführliches Findbuch über die wichtigsten Unterlagen.
Landessprecherin
Renate Bauer beleuchtete kritisch sowohl den Umgang der Religionsgemeinschaften
in Deutschland miteinander als auch den Umgang staatlicher und kommunaler
Stellen mit den Religionen. Man erlebe eine zunehmende Missionierung der
etablierten Kirchen, die oft genug zur Diskriminierung von Menschen mit
anderen Auffassungen führe. Außerdem gebe es eine unverständliche
Einbindung christlich-kirchlicher Rituale in staatliche Gedenkveranstaltungen.
Hier haben die öffentlichen Verwaltungen doch die Aufgabe, solche
Gedenktage der gesamten Bevölkerung zu vermitteln und deren Teilnahme
anzusprechen. Das aber geschehe nicht, sondern man verletze den Grundsatz
der Gleichheit.
Freireligiöse
Landesgemeinde Pfalz |
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