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| 1906
wurde der Deutsche Monistenbund gegründet: Freigeistige Aktion für
humanistische Kultur feiert 100-jähriges Bestehen
Die
Freigeistige Aktion für humanistische Kultur e.V. kann in diesem Jahr
ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Sie wurde am 11. Januar 1906 in
Jena als Deutscher Monistenbund gegründet. Der damals schon zur Legende
gewordene Ernst Haeckel hatte die Gründung initiiert. Der Forscher,
Zoologe, Künstler und Buchautor Haeckel war damals bereits für
seine wissenschaftlichen Leistungen mit vielen Ehrendoktorwürden honoriert
worden. Sein Buch Die Welträtsel war schon in viele Sprachen übersetzt
worden und ein internationaler Bestseller.
Die
Gründer des Monistenbundes kritisierten die dualistische Weltanschauung,
die als „zwiespältiges Lebensbild, wie es dem kindlich naiven Denken
der Vorfahren genüge“, bezeichnet wurde. Dagegen sollten nun die Kulturwerte
aufgezeigt werden, „die in einer monistischen, das Weltbild einheitlich
betrachtenden, alle Lebensfunktionen auf ihren inneren Zusammenhalt zurückführenden
Weltanschauung beschlossen liegen“.
Abgeleitet
vom griechischen „mónos“ - „allein, einzeln, einmalig, einzig“ bedeutet
Monismus „Einheitslehre“. Die Gegensätze hierzu sind Pluralismus und
Dualismus. Haeckel: „Gott und Welt sind ein einziges Wesen. Der Begriff
Gottes fällt mit demjenigen der Natur oder der Substanz zusammen.
Diese pantheistische Weltanschauung steht im Prinzip sämtlichen angeführten
und sonst noch möglichen Formen des Theismus schroff gegenüber
…“ Die Monisten wollten eine monistische Ethik in Schule, Erziehung und
Kultur begründen.
Ein
Jahr nach seiner Gründung hatte der Monistenbund 2500 Mitglieder,
auf seinem Höhepunkt später 6000 Mitglieder in 40 verschiedenen
Ortsgruppen. Die Gruppe blieb also relativ klein, wurde aber dennoch stets
in der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen. In christlichen Kreisen
wurde die monistische Weltanschauung als bedrohlich empfunden, so dass
der DMB zum Konkurrenten des Christentums erklärt wurde.
Die
freigeistige Bewegung wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer stärker.
Zum Volksbund für Geistesfreiheit (VfG) zählten 1928 noch 155
Mitgliedsgruppen. Die Zahl der Konfessionslosen in Deutschland, die 1910
noch 205.900 betragen hatte, war 1928 auf fast das Sechsfache gestiegen
(1.200.000). Die Nationalsozialisten jedoch stoppten diesen Aufwärtstrend
abrupt und trugen vermutlich erheblich dazu bei, dass Staat und Kirche
weiterhin in der heute bekannten Verstrickung nebeneinander existieren
können.
Nachdem
der Monisten-Bund 1933 durch die Gestapo aufgelöst worden war, erfolgte
nach dem Zweiten Weltkrieg am 11. November 1946 in München die Neugründung
des Vereins. Er wurde unter dem Namen „Deutscher Monistenbund für
wissenschaftliche Weltanschauung und ethische Kultur“ eingetragen. Zum
Zeitpunkt der Auflösung vor dem Krieg war natürlich auch das
Vermögen und die Bibliothek konfisziert worden. Die Bibliothek hatte
ca. 5000 Bände umfasst.
Aus
Anlass der Neugründung wurden eine neue Satzung und ein Kulturprogramm
verfasst und eingereicht. Unter „Zweck und Ziel des Bundes“ heißt
es u.a.: „Der Monistenbund erstrebt die Zusammenfassung aller nicht mehr
auf kirchlicher Basis stehenden Vereinigungen und Personen, die ihr Leben
durch logische Schlußfolgerungen aus einer auf wissenschaftlicher
Forschung beruhenden einheitlichen Weltanschauung und nicht an Hand unbewiesener
Dogmen, Gesetze und kirchlicher Vorschriften gestalten wollen. (...) Die
monistische Weltanschauung variiert in verschiedenen Formen, ist also nicht
starr oder dogmatisch festgelegt, da die wissenschaftliche Forschung als
ihre Grundlage fortschreitet und daher veränderlich ist (...).“ In
den folgenden Jahren wurde die Satzung immer wieder überarbeitet und
an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst.
1956
hatte der Deutsche Monisten-Bund (DMB) sieben Ortgruppen, und zwar in München,
Stuttgart, Hamburg, Hannover, Köln, Berlin und Düsseldorf. In
diesen Ortgruppen waren ungefähr die Hälfte der Vereinsmitglieder
ansässig. Die andere Hälfte waren Einzelmitglieder, die im Bundesgebiet
verstreut wohnten, die meisten davon waren schon vor 1933 im DMB organisiert
gewesen. Auch gab es einige Mitglieder in der damaligen Ostzone, die für
den Bund nicht aktiv werden konnten, sowie diverse Mitglieder im Ausland.
Auf
der Bundeshauptversammlung im September 1956 wurde ein Antrag auf Namensänderung
gestellt, dass der Deutsche Monistenbund in „Humanistischer Verband“ umbenannt
werden sollte. Dieser Antrag löste eine bundesweite Namensdiskussion
aus, die darin gipfelte, dass alte Monisten dafür sorgten, dass es
nicht zu dieser Umbenennung kam. Stattdessen einigte man sich dann bei
der Bundesversammlung auf „Freigeistige Aktion - Deutscher Monisten-Bund“
(FA-DMB).
Schon
immer war es ein großes Anliegen der FA-DMB, eine Trennung von Staat
und Kirche zu fördern. Damit zusammenhängend war das Problem
des konfessionell gebundenen Religionsunterrichts in den Schulen. Zur Durchsetzung
eines religionskundlichen Unterrichts wurde 1956 die „Gesellschaft zur
Förderung des religionskundlichen Unterrichts e.V.“ (GzFdrU) gegründet.
1989
begann der FA-Vorstand, regelmäßig Wochenend-Seminare durchzuführen.
Themen waren beispielsweise „Kommunikation“, „Judentum“, „Ernst Haeckels
‘Welträtsel’“, „Menschenrechte“, „Opus Dei - Fundamentalismus im Abendland“,
„Die Kirche und unser Geld“. Die jüngsten Seminare beschäftigten
sich mit „Ludwig Feuerbach“, „Werten“ und jüngst mit „Kosmologie“.
Die
FA ist Mitglied im Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.,
der Nachfolgeorganisation des Deutschen Volksbundes für Geistesfreiheit.
Weiterhin ist die FA korporatives Mitglied im Förderverein Ernst-Haeckel-Haus.
Seit 1957 war die FA Mitglied in der Internationalen Humanistischen und
Ethischen Union. Seit 2005 ist die FA über den DFW in der IHEU vertreten.
2003
wurde auf der Bundesversammlung der FA in Berlin beschlossen, den Namen
von „Freigeistige Aktion - Deutscher Monistenbund e.V.“ umzuändern
in „Freigeistige Aktion - für humanistische Kultur e.V.“ In der Begründung
heißt es u.a.: „Die Entwicklung der vergangenen hundert Jahre hat
gezeigt, dass es zu einem Wandel in der freigeistigen Terminologie gekommen
ist. Die Namensänderung vor rund fünfzig Jahren hat den Akzent
schon von der reinen naturphilosophischen Ausrichtung auf mehr Aktion im
Sinne eines sich Einsetzens für freigeistige/humanistische Belange
signalisiert. Durch die neue Veränderung werden wohl die meisten Menschen
leichter verstehen, was unser Anliegen ist. Die Traditionslinie, der wir
folgen, wird dadurch nicht aufgegeben, jedoch wird sie zeitgemäß
interpretiert und fortgesetzt. Unser Anliegen ist es, vor dem Hintergrund
der Grundrechte-Charta der UN an der Würde des Menschen ausgerichtete
Kulturarbeit zu leisten.“ Dieser Antrag wurde auf der Bundesversammlung
2003 angenommen, und somit änderte die ehemalige FA-DMB ihren Namen
in Freigeistige Aktion - für humanistische Kultur e.V. Die FA entwickelt
sich also ganz im Sinne Haeckels immer weiter und passt sich den sich stets
ändernden Gegebenheiten von Zeit zu Zeit an. Der derzeitige Schwerpunkt
der Aktivitäten liegt auf der publizistischen und der Seminartätigkeit
sowie sich aktuell ergebenden Projekten. – Seit ca. 15 Jahren ist die Freigeistige
Aktion ein gemeinnütziger Verein.
Ortrun
E. Lenz
Beisitzerin
im Vorstand der FA |
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Ist
Europa noch zu retten?
Plädoyer
für eine soziale Bildungspolitik
Zu
diesem Thema trafen sich traditionell Vertreterinnen und Vertreter aus
verschiedenen freigeistigen und humanistischen Vereinigungen zum inzwischen
22. Seminar des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften. Es
fand kürzlich in der Frankenakademie Schloss Schney statt.
Die
sehr kompetenten Referenten und das rege Publikum haben das Thema von verschiedenen
Seiten beleuchtet und intensiv diskutiert. Eingeleitet wurde das Seminar
durch Thesen von Dr. Volker Mueller (Falkensee) und von Horst Prem (Ottobrunn),
die auf Grundfragen der Werteerziehung in der Gegenwart, auf das nicht
mehr vorhandene Monopol der Religionen und die Notwendigkeit der Allianz
für Toleranz und Nicht-Diskriminierung in Europa, ja auf der Erde
eingingen. Auf die konkrete Situation der Wertevermittlung in Schule und
Gesellschaft gingen jeweils Renate Bauer (Ludwigshafen) und Peter Kriesel
(Brandenburg/Havel) ein. Der Respekt vor Traditionen und kultureller Vielfalt
führe auch zu neuen Herausforderungen für die Schule, die integrierend
und werteorientierend tätig sein soll. Berlins Bestrebungen, ähnlich
wie Brandenburg mit „LER“ einen Ethikunterricht für alle einzuführen,
wurden hierbei als besonders zukunftsträchtig herausgearbeitet.
Dr.
Georges Liénard von der Europäischen Humanistischen Förderation
(Brüssel) ging auf die Probleme der Vermittlung von humanistischen
Grundwerten und Menschenrechten für alle in der Europäischen
Union ein und stellte die aktive Mitwirkung der freigeistig-humanistischen
Verbände als wesentlich heraus. Heiko Porsche (Hamburg) rundete die
Thematik mit seinen Ausführungen über den bevorstehenden Abschluss
der Staatsverträge des Landes Hamburg mit den beiden christlichen
Kirchen ab, in denen er die unzeitgemäße Privilegierung nur
einer Religion und ihrer kirchlichen Institutionen kritisierte.
Insgesamt
haben die Seminarteilnehmer folgende Ergebnisse festgehalten:
-
In einer multikulturellen Gesellschaft, wie sie heute in allen europäischen
Staaten existiert, muss das Monopol der schulischen Werteerziehung durch
die traditionellen Religionsgemeinschaften aufgehoben werden. Die verfassungsmäßig
garantierten Grundwerte und Menschenrechte stellen den übergeordneten
Wertekonsens dar und stehen über den abgeleiteten Werten wie z.B.
der Freiheit der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften.
-
Es macht Sinn, ähnlich wie in Brandenburg (LER) und nun auch in Berlin
(Ethik und Kulturen), für alle Schüler/innen einen integrativen
Werteunterricht einzuführen, der Nicht-Diskriminierung und Toleranz
mehr in den Vordergrund der Werteerziehung stellt.
-
Das Projekt der EU, eine Europäische Staatsbürgerlichkeit (European
Citizenship) zu entwickeln, wird ausdrücklich unterstützt. Europa
ist eine Wertegemeinschaft und nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft!
Dabei suchen und unterstützen wir Wege für engere Zusammenarbeit
und mehr Miteinander in Europa. Hierfür initiieren und fördern
wir den europaweiten Austausch zur Weiterentwicklung der Werteerziehung
z.B. durch Lehrerkonferenzen sowie Jugendaustausch. |
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| Die
Pressefreiheit und die Karikaturen
„Manche
Menschen glauben an einen Gott. Andere glauben an mehrere. Manche sehen
sich selbst als Agnostiker und haben keine festgelegte Meinung. Und schließlich
gibt es auch noch Atheisten. Sie alle müssen zusammen leben. Und dieses
gemeinsame Leben muss seit der ersten Erklärung der Menschenrechte
die Glaubensfreiheit und gleiche Rechte für alle sicherstellen.“ (Henri
Pena Ruiz)
Die
Europäische Humanistische Föderation (EHF) ist der Ansicht, dass
nur ein pluralistischer Staat Glaubens- und Gewissensfreiheit garantiert.
Diese Freiheit schließt die Freiheit ein, zu glauben oder nicht zu
glauben, und dieser oder jener Religion anzugehören oder auch nicht,
ohne dass irgendeine Religion oder ein Glaube privilegiert oder Einschränkungen
unterworfen werden darf, die Ausnahmen von den allgemeinen Gesetzen bilden
würden. Dieser Pluralismus ist unabdingbar für ein „Zusammenleben“.
Ohne
Pressefreiheit kann es keinen Pluralismus geben. Und „Pressefreiheit ist
nicht nur anwendbar auf ‘Informationen’ oder ‘Ideen’, die man bevorzugt
erhält oder die als defensiv empfunden werden, sondern auch auf solche,
die Anstoß erregen, schockieren oder stören“. Die Regel, dass
der islamische Fundamentalismus nicht gezeigt werden darf, ist eine religiöse
Regel, die nur Moslems betrifft, was die Auswirkung haben kann, dass sie
sich betroffen fühlen. Keinesfalls kann ein striktes religiöses
Verbot die Beschneidung der Pressefreiheit rechtfertigen. Von daher kann
die Tatsache, dass die fraglichen Karikaturen Anstoß erregen oder
die Gefühle einer Gemeinschaft (religiös oder nicht) verletzen,
auf keinen Fall ein Veröffentlichungsverbot rechtfertigen.
Dennoch
ist die Pressefreiheit nicht grenzenlos: eine Behauptung, ein Buch, eine
Zeichnung können Anstiftung zu Hass, Gewalt oder Diskriminierung gegen
eine Person, eine Gruppe, eine Gemeinschaft oder Mitglieder einer Gruppe
oder Gemeinschaft sein, basierend auf Rasse, Hautfarbe, Abstammung oder
nationaler oder ethnischer Herkunft. In diesem Fall wären sie verwerflich
und könnten per Gesetz verboten werden.
Im
Falle der Jyllands-Posten-Karikaturen kann man den Verantwortlichen den
Vorwurf machen, dass sie den Islam mit krimineller Intoleranz und Terrorismus
gleichsetzen. Diese Identifikatoin ist unwahr, zumal Moslems ihre Religion
als Botschaft des Friedens und des Einklangs ansehen.
Dennoch
existiert auch ein intoleranter und terroristischer Islamismus, und die
EHF verurteilt die Tatsache, dass die gewalttätigen, hasserfüllten
Reaktionen, deren Zeuge wir waren, weit mehr als irgendwelche Karikaturen
dazu beitragen, dass die Verbindung zwischen Islam und Intoleranz und die
Stärkung der radikalsten Standpunkte in den Köpfen der Leute
aufrechterhalten wird.
Religionen
haben viel zum universellen Denken, zur Kultur und Philosophie beigetragen.
Religionen transportieren seit jeher die Ansichten vieler Menschen. Dennoch
haben sie auch allzu oft Botschaften transportiert, die bedeutungslos,
unwahr oder Hass provozierend sind, und tun es noch heute. In der Vergangenheit
waren Religionen schon zu oft die Wurzel der Konflikte und man kann auch
sagen, dass die religiöse Intoleranz in Europa praktisch konstant
geblieben ist. Jegliche Bedrohung der Pressefreiheit muss mit der gleichen
Festigkeit bekämpft werden, gleich welchen Ursprungs.
Keine
Religion ist über Kritik erhaben. Keine kann Immunität oder einen
besonderen Status für sich beanspruchen. Die EHF ist gegen jeden Versuch,
durch Legalisierung oder Gerichtsverfahren das Recht zur Herausforderung
und zur Kritik – innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen – jeglicher Religionen,
ihrer Doktrinen und der Aktionen derjenigen, die sich als religiös
bezeichnen, zu beschneiden. Auf der anderen Seite lehnt die EHF vehement
ab, den Islam mit Terrorismus gleichzusetzen. Sie ist ebenfalls gegen eine
verallgemeinernde Verurteilung von Dänen, Franzosen, Norwegern oder
Europäern durch Muslime oder den Islam, genauso wie gegen alle Gewalttaten,
die im Sinne einer Rache und im Namen eines beleidigten Propheten begangen
werden.
Weiterhin
unterstützt die EHF all diejenigen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft,
die sich gründlich mit dem delikaten Punkt der manchen Koranversen
innewohnenden Gewalt befassen. Für jeden Laien, Moslem oder nicht,
klingen solche Texte von vor 1500 Jahren, wenn sie aus dem Kontext genommen
werden, wie Aufrufe zum Hass gegen Juden, Christen und Ungläubige,
zur Demütigung von Frauen und zum Fortführen eines Heiligen Krieges.
Dennoch ist klar, dass die meisten Moslems den Islam als eine Friedensreligion
leben. Mögen ihre Stimmen laut und deutlich ertönen, und möge
diese Vision die Oberhand gewinnen. Und mögen moslemische Autoritäten
es eindeutig verdammen, ihren Propheten oder Gott in ein politisches oder
Mordinstrument zu verwandeln. Dieser Appell richtet sich ebenso an die
Führer der anderen Religionen.
Die
EHF wird ihre Appelle zum gegenseitigen Verständnis über alle
Traditionen und Glauben hinweg fortführen. Sie ruft die Menschen auf,
untereinander Brücken zu bauen, um zu zeigen, was uns vereint, um
alle zu unterstützen, die für den Fortschritt eintreten, und
um die zusammenzubringen, die aus unserem gemeinsamen Erbe alles ziehen
können, was eine Öffnung in Richtung Dialog und Moderne begünstigt.
EHF
Board of Directors, Paris |
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„Utopien
zwischen Anspruch und Wirklichkeit – Perspektiven utopischen Denkens“
Freie
Akademie tagt vom 28. April bis 1. Mai 2006 auf Schloss Schney
Wissenschaftliche
Leitung: Dr. Volker Mueller und Dr. Falko Schmieder
Seit
geraumer Zeit befindet sich das utopische Denken vor neuen Herausforderungen.
Zum einen scheint es, als ob die Erfahrungen mit politischen Diktaturen
aufs Ganze bezogene alternative Gesellschaftsentwürfe vollständig
diskreditiert haben; zum anderen scheinen die aktuellen Erfahrungen mit
der globalen Ökonomie und ihren Sachzwängen das Denken immer
fester auf unmittelbar Machbares zu verpflichten. Pragmatik scheint vor
visionärem Denken und perspektivischem Handeln Vorrang zu haben.
Wenn
das menschliche Denken doch einmal die Kraft zur Übersteigung der
Realität findet, dann scheint dies nicht mehr in der Form utopischen
Denkens, sondern in Form religiöser oder irrationaler Vorstellungen
oder aber in Form technizistischer Prognosen zu geschehen. Wir möchten
herausarbeiten, dass das utopische Denken davon deutlich verschieden ist,
denn es vertraut auf die konstruktiven Kräfte der Vernunft, es motiviert
zum Vordenken und zur Zukunftsverantwortung, und es kann normative Bilder
möglicher alternativer Gemeinwesen entwerfen. Naturwissenschaft und
Technik haben innovative methodische Vorgehensweisen entwickelt, die wissenschaftlichen
Fortschritt erst ermöglicht haben. Komplexes und interdisziplinäres
Erfassen von Tatsachen und deren „Verlängerung“ in die Zukunft schaffen
neue Sichtweisen sowohl in den Wissenschaften und der Philosophie als auch
in Politik, Ökonomie und Kultur. Der Rolle des Utopischen bei diesem
Erfassen soll auf der Tagung der Freien Akademie nachgegangen werden. |
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| Jugendfeier
bei der Freireligiösen Landesgemeinde
Die
Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz bietet für nicht konfessionell
gebundene Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren ein Fest zum Erwachsenwerden,
die Jugendfeier, an.
Mit
diesem Angebot reagieren wir auf die Wünsche von Familien, die für
ihre heranwachsenden Jugendlichen eine Möglichkeit suchen, diese Lebensphase
mit einem festlichen Ritual herauszuheben und damit anzuerkennen. Auf Vorbereitungstreffen
können die Teilnehmer/innen ihnen wichtige Themen ansprechen, der
Ablauf der Feier wird gemeinsam mit ihnen und ihren Familien gestaltet.
Die
Jugendfeier findet am Samstag, 20. Mai 2006 (nachmittags) im Johannes-Ronge-Haus,
Wörthstr. 6 a, in Ludwigshafen-Mitte in einem festlichen Rahmen statt.
Anmeldungen
hierzu werden noch angenommen. Interessierte können sich informieren
unter Tel. 0621 / 512582 oder im Internet unter www.freireligioese.de. |
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Heft
21 der Schriftenreihe für freigeistige Kultur
„Politik
für einen gesellschaftlichen Konsens oder das Ende der deutschen Demokratie?“
hrsg.
v. Volker Mueller und Horst Prem (DFW), Angelika Lenz-Verlag 2005, 72 S.,
7,20 Euro, ISBN 3-933037-53-0
Die
Beiträge in diesem Heft setzen sich aus freigeistiger Sicht mit aktuellen
und grundlegenden Problemen der Arbeit und der Arbeitslosigkeit sowie den
gesellschaftlichen Auswirkungen einer fehlerhaften Energie- und Steuerpolitik
auseinander. Sie fördern die Diskussionen darüber, dass sich
Deutschland in seinen sozialen Verhältnissen wandeln muss! Aber nicht
so wie es sich viele Politiker in den alten Denkstrukturen vorstellen,
denn Sozialabbau kann nicht der Weg der sozialen Marktwirtschaft sein.
Alternativen zu der verfahrenen Politik wurden im Rahmen des 21. DFW-Seminars
aufgezeigt, auf dem die Beiträge vorgetragen wurden.
Dieses
Heft soll dazu beitragen, Verbündete zu finden, die erkannt haben,
dass Sozialsysteme konkurrieren und nicht Wirtschaftsräume. Wenn wir
die Errungenschaften unseres Sozialsystems nicht aufgeben wollen, sondern
soziale Sicherheit erhalten und Massenarbeitslosigkeit beenden, dann müssen
wir aufhören, Arbeitsplätze wegen zu niedriger Energiekosten
wegzurationalisieren. Die Beiträge von Volker Mueller, Jürgen
Grahl, Dietmar Michalke und Horst Prem haben sich damit befasst und das
Bewusstsein verstärkt, dass uns die aufgezeigten Grundprobleme lange
Zeit beschäftigen werden. Möge dieses Heft einen Beitrag zu neuen
Wirtschafts- und Sozialtheorien liefern, da die alten nicht mehr zu Innovationen
zu führen scheinen. Wir hoffen, mit den hier vorgelegten Seminarergebnissen
die weitere Diskussion anzuregen und zu einem größeren politischen
Konsens beizutragen, als er gegenwärtig vorhanden ist.
Volker
Mueller |
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Der
indische Gastsohn wartet schon
Havelländische
Freidenker fliegen wieder auf den Subkontinent
Die
Vorfreude ist groß: „Im Kopf bin ich ja schon seit drei Wochen da“,
sagte Anke Wohlfeil-Becker aus Friesack vor einigen Tagen. Da trafen sich
die Reiseteilnehmer des Humanistischen Freidenkerbundes Havelland (HFH)
noch einmal zur Vorbesprechung in einem Restaurant – einem indischen, versteht
sich. Denn wenige Tage später gingen neun Freidenker ins Flugzeug
nach Indien.
Bereits
zum sechsten Mal macht sich eine HFH-Gruppe auf nach Vijayawada im Bundesstaat
Andhra Pradesh, um dort 14 Tage bei der Partnerorganisation „Atheist Centre“
zu verbringen. „Die Reise ist diesmal kein Jugendaustausch, der seit 1996
mit dem Atheist Centre besteht. Es ist vielmehr eine Studienreise etwas
älterer Freidenker“, erklärte HFH-Vorsitzender Volker Mueller.
Er selbst werde das Team nicht begleiten, die Reiseleitung übernehmen
Ilka Busch und Tina Hoffmann. Beide engagieren sich seit Jahren ehrenamtlich
für den HFH. „Wir freuen uns alle sehr auf Indien, damit wird ein
lang gehegter Traum wahr“, stellte Ilka Busch fest. „Für die Teilnahme
am Jugendaustausch lag ich ja leider immer ein wenig über der zugelassenen
Altersgrenze“, lächelte die 36-Jährige.
Auch
Anke Wohlfeil-Becker zieht es auf den Subkontinent: „Im August 2004 beherbergten
wir einen indischen Gast aus der Jugendgruppe, die im Rahmen des Austausches
das Havelland besuchte“, erzählte sie. Danach wollten sie und Gatte
Lothar unbedingt Gastsohn Krishna in dessen Heimat besuchen. Unter den
Teilnehmern sind aber auch „alte Hasen“: „Die Menschen im Atheistischen
Zentrum sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich wieder mitfahre, diesmal
im Rahmen der Studienreise“, sagte Nicole Hänseler, die zuerst 1996
und dann 1998 als Abiturientin mit dem Freidenkerbund das Land besuchte.
Gemeinsam
mit dem HFH hat der indische Partner ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet:
Das „Senior“-Team wird neben den sozialen Einrichtungen in Vijayawada Projekte
im nahgelegenen Tsunami-Gebiet besichtigen. Eine mehrtägige Fahrt
in die Metropole Hyderabad, der Hauptstadt Andhra Pradeshs, ist ebenfalls
geplant. „Die Teilnehmer wollen kulturelle und religiöse Besonderheiten
des Landes erkunden und wertvolle Erfahrungen sammeln“, erklärte Mueller.
Natürlich werden sie auch den HFH und seine Arbeit repräsentieren.
„Wir
freuen uns besonders, eine Geldspende für das Atheistische Zentrum
übergeben zu können“, sagte Ilka Busch. Havelländische Freidenker
und befreundete freigeistige Verbände aus ganz Deutschland hätten
in den vergangenen Monaten 3000 Euro gesammelt. Das Geld wird für
die Hilfe in von Fluss- und Meeresfluten betroffenen Gebieten eingesetzt.
Marie
Prott |
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