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| Nichtdiskriminierung
nun ohne „Weltanschauung“?
Der Bundestag und der
Bundesrat haben, in Erfüllung einer entsprechenden EU-Richtlinie zur
Nichtdiskriminierung das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)“ lange
beraten, geändert und nun beschlossen.
Mit Unverständnis
und Protest hat der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V.
(DFW) zur Kenntnis nehmen müssen, dass in diesem Gesetz hinter das
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zurückgegangen wird, indem
der Begriff der „Weltanschauung“ als wesentliches Merkmal - gleichzustellen
dem Begriff der „Religion“ (der allerdings bleibt) - aus dem Gesetzestext
wieder gestrichen wurde. Warum ausgerechnet „Weltanschauung“ nicht mehr
neben „Religion“ stehen soll, ist nicht nachvollziehbar und die Begründung
dafür ist nicht haltbar.
Der Präsident
des DFW, Herr Dr. Volker Mueller, hat sich mit einem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten
der beiden Regierungsparteien gewandt und festgestellt: „In Artikel 4 und
33 Grundgesetz werden Religion und Weltanschauung gleichberechtigt nebeneinandergestellt.
Weltanschauung war und ist ein zentraler Begriff für konfessionslose
Menschen und unabhängig von bestimmten politischen Auffassungen. In
einem Gleichbehandlungsgesetz beide nun nicht mehr gleich zu behandeln,
halten wir für verfassungswidrig und erwarten daher eine entsprechende
Wiederaufnahme des Begriffs in den Gesetzestext.“ |
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An
alle Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU und SPD
Offener Brief zur
geplanten Änderung des „Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes“
Sehr geehrte Damen
und Herren,
mit Unverständnis
nehmen wir zur Kenntnis, dass in diesem Gesetzentwurf einerseits über
die EU-Verordnung hinausgegangen, gleichzeitig aber hinter das Grundgesetz
zurückgeschritten wird, indem der Begriff „Weltanschauung“ als Merkmal
wieder gestrichen wurde.
Es ist zu begrüßen,
dass die EU-Verordnung noch ausführlicher gefasst wird, aber warum
ausgerechnet „Weltanschauung“ nicht mehr neben „Religion“ stehen soll,
ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Begründung für diesen
Schritt ist sehr fragwürdig.
In Artikel 4 und in
Artikel 33 des Grundgesetzes werden Religion und Weltanschauung gleichberechtigt
nebeneinander gestellt. Weltanschauung war und ist ein zentraler Begriff
für konfessionslose Menschen und unabhängig von bestimmten politischen
Auffassungen.
In einem Gleichbehandlungsgesetz
beide nun nicht mehr gleich zu behandeln, halten wir für verfassungswidrig
und erwarten daher eine entsprechende Wiederaufnahme des Begriffes in den
Gesetzestext.
Gegen die Behauptung,
mit „Weltanschauung“ könnten Rechtsextreme gegen zivilrechtliche Benachteiligungen
klagen, weisen wir daraufhin, dass grundgesetzliche und strafrechtliche
Bestimmungen gegen rechtsextreme Positionen klare Verbote aussprechen.
Diese Verbote können durch keine Berufung auf irgendeine Religion
oder Weltanschauung ausgehebelt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Siegward Dittmann
Präsident der
Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz |
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| Keine
Blasphemieklausel für den UNO-Menschenrechtsrat!
Der Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften e.V. hat sich an die Bundesregierung bzw.
das Auswärtige Amt mit der Forderung gewandt, die Blasphemieklausel
in der Ordnung des UNO-Menschenrechtsrates nicht zuzulassen. Das Anliegen
des DFW ist dabei folgendes: Bekanntlich hat die Vollversammlung der Vereinten
Nationen am 15.3.2006 die Einrichtung eines UNO-Menschenrechtsrates (MRR)
beschlossen, der die bisherige Menschenrechtskommission der UNO ablöst.
Wir sehen hierin einen bedeutsamen Schritt für die stärkere Gewichtung
der UNO in Menschenrechtsfragen und eine Aufwertung des Gremiums, das seitens
der UNO für die universellen, weltweit gültigen Menschenrechte
zuständig ist. Der DFW begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich.
Wir im DFW sehen jedoch
ein wesentliches Problem in der Ordnung des UNO-Menschenrechtsrates, das
durch den Druck von Mitgliedsorganisationen der Islamischen Konferenz (OIC)
mit hinein kommt: das Verbot der Blasphemie. Diese Klausel würde aus
unserer Sicht den Menschenrechtsrat fesseln, jene Menschenrechtsverletzungen
zu diskutieren und ggf. zu kritisieren, die im Namen einer Religion oder
eines theokratischen Staates stattfinden. Unsere Erfahrungen zeigen, dass
eine solche Klausel auch die OIC in die Lage versetzt, die Diskussion von
Menschenrechtsverletzungen in ihren Ländern zu begrenzen, indem sie
Beschuldigungen eines „Sakrilegs“, der „Blasphemie“ und der „Diffamierung
von Religion“ aussprechen könnten.
Für den DFW sind
die Menschenrechte unteilbar und übergeordnete Grundwerte. Die Religions-
und Weltanschauungsfreiheit ist ebenfalls ein Menschenrecht, das sich entsprechend
einordnet und sich der Menschenwürde und der freien Entfaltung der
Persönlichkeit unterordnet.
Der DFW bittet die
Bundesregierung und insbesondere den Bundesaußenminister, darauf
hinzuwirken, dass das Verbot der Blasphemie nicht in die Ordnung des MRR
hineinkommt bzw. dass dem seitens der deutschen Bundesregierung widersprochen
wird. |
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| DFW
in der „Initiative Verantwortung Erziehung“?
Der Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften e.V. (DFW) hatte gleich nach Bekanntwerden
der Gründung des „Bündnisses für Erziehung“ durch die Bundesfamilienministerin
und die beiden christlichen Kirchen dagegen protestiert, dass dieses Bündnis
einseitig christlich ausgerichtet ist und andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften
nicht einbezogen wurden.
Inzwischen ist das
„Bündnis für Erziehung“ zur „Initiative Verantwortung Erziehung“
erweitert worden, an der u.a. Organisationen der Muslime und der Juden
beteiligt sind und das „Bundesforum Familie“ mit über 80 Familien-
und Wohlfahrtsverbänden als Plattform zur Verfügung steht. Der
Präsident des DFW, Dr. Volker Mueller, hat der Bundesfamilienministerin,
Frau Ursula von der Leyen, angeboten, dass sich der DFW als der mitgliedergrößte
Vertreter der Interessen konfessionell nicht gebundener Menschen in Deutschland
daran beteiligt. In dem jüngsten Schreiben aus dem Bundesfamilienministerium
wird dem DFW die Freude der Ministerin übermittelt, in der „Initiative
Verantwortung Erziehung“ mitzuarbeiten und an den geplanten Fachveranstaltungen
teilzunehmen. |
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Härtere
Strafen für Provokateure?
Politiker und Kirchen
wollen Begriff der Gotteslästerung ausweiten
Der bayerische Ministerpräsident
Edmund Stoiber (CSU) fordert drei Jahre Haft für Gotteslästerung.
Die sah er schon bei einer Protestaktion gegeben, während der sich
ein Schauspieler kürzlich symbolisch ans Kreuz nageln ließ.
Teile der Kirchen plädieren schon lange für härtere Strafen
für Provokateure. Inzwischen scheinen sie dabei Hilfe von Politikern
zu bekommen.
Anfang Juni lud Stoiber
Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften ein, um darüber zu
beraten. „Wir brauchen in unserer Gesellschaft einen Grundkonsens, dass
nicht alles mit Füßen getreten werden darf, was anderen heilig
ist“, so Stoiber. Hilfe erhält er dabei von einigen seiner Parteikollegen,
so u.a. vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Bosbach (CDU):
„Dort, wo ein religiöses Bekenntnis, eine religiöse Überzeugung
in grober Weise beschimpft wird, dort muss der strafrechtliche Schutz greifen.“
Paragraph 166 im Strafgesetzbuch
reicht da anscheinend angeblich nicht mehr aus. Er stellt die Beschimpfung
von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
unter Strafe. Allerdings nur dann, wenn der öffentliche Friede, die
Ruhe und Ordnung unserer Gesellschaft in Gefahr ist. So weit soll es nach
Meinung von Stoiber gar nicht erst kommen müssen. Für staatliche
Verfolgung würde dann schon die Beleidigung des religiösen Gefühls
eines einzelnen Gläubigen ausreichen.
Der DFW hält
diese Initiative für verfassungswidrig und undemokratisch. Es ist
nicht Aufgabe eines demokratischen Staates, den persönlichen Glauben
jedes Einzelnen durch Strafrecht zu schützen. Selbst Geschmacklosigkeiten
wie die TV-Serie „Popetown“ fallen unter Meinungsäußerungen
und Kunst, nicht unter Straftatbestände. Die katholische Kirche konnte
die Ausstrahlung von „Popetown“ nicht verhindern. Deshalb versucht sie
es jetzt auf diesem Wege.
Prälat Dr. Valentin
Doering, Katholisches Büro Bayern, meint: „Ich glaube, die Fragestellung,
dass Glaubensfragen Privatangelegenheiten sind, bedarf einer Korrektur.“
Der DFW glaubt das nicht. Religion ist und bleibt Privatsache. Der DFW
steht als Vertreter freigeistiger, kirchenfreier Menschen u.a. ein für
Humanismus, Toleranz und Menschenrechte, ein friedliches Zusammenleben
unabhängig von religiösen, weltanschaulichen und politischen
Anschauungen. Das geht aber nur in einem Staat, der sich nicht in Dinge
einmischt, die mündige Bürger eigentlich friedlich unter sich
regeln sollten. Karikatur, Satire und Ironie gehören nunmal zum menschlichen
Miteinander dazu. Sonst kommt es noch soweit, dass der Nachbar die Polizei
ruft, weil man mit einem Grinsen im Gesicht einen Moment zu lange auf sein
Kreuz-Tattoo am Oberarm geschaut hat ... |
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Religiöse
Intoleranz und ihre politische Förderung –
oder das Geschäft
mit der Leitkultur
Auf der 59. Landesversammlung
der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz am 24. Juni 2006 in Ludwigshafen
äußerten sich die Delegierten besorgt über die zunehmende
Intoleranz in religiösen Fragen und kritisierten die politische Förderung
intoleranter Aussagen, wie sie von Landessprecherin Renate Bauer erläutert
wurden.
Sie teilten die Empörung
weiter Kreise über den Vorstoß der Familienministerin von der
Leyen, in ihrem „Bündnis für Erziehung“ zuerst die christlichen
Religionen einzubeziehen. Dies sei angesichts der Tatsache, dass 30 % in
Deutschland nicht mehr diesen Religionen angehören, völlig unzureichend.
Auch habe der Bericht über die teilweise grausame christliche Heimerziehung
der fünfziger Jahre in Verbindung mit heutigen Tendenzen evangelikaler
fundamentalistischer Kreise, ihre Kinder aus der allgemeinen Schulpflicht
zu lösen, Zweifel an der Vorrangstellung christlicher Werteerziehung
vor anderen mehr als bekräftigt. Der Vorrang der Ethik vor dem Glauben
sei inzwischen philosophisch und religionswissenschaftlich gut begründet.
Von daher ist es unverständlich, warum nun das Ganze umgekehrt werden
soll.
Bemängelt wurde
ferner, dass die Vorstellungen der christlich-konservativen Familienpolitik
an der Wirklichkeit in der Bevölkerung vorbeigehe und die Rechte und
Möglichkeiten der Frauen verletze. Das wiederum wirke sich nachteilig
auf Wirtschaft und jegliche Bevölkerungspolitik aus.
Ebenso seien die Tendenzen
zur strengeren Bestrafung vor allem junger Täter im Sinne eines alttestamentlichen
„Auge um Auge, Zahn um Zahn“ verfehlt, denn dadurch würden Präventionsarbeit
und Resozialisierungsprogramm die Mittel entzogen, obwohl diese eindeutig
Erfolg versprechend sei. Die Delegierten sahen die heutigen Errungenschaften
einer modernen Gesellschaft für gefährdet an, wenn zunehmend
wieder Politik im Sinne bestimmter Religionen und ohne Blick auf die gesamte
Gesellschaft betrieben werde. Zu diesen Errungenschaften gehören eine
allgemeine Bildung und die Befähigung zum Verstehen wissenschaftlicher
Sachverhalte. Wie schnell diese Fähigkeit leichtfertig aufs Spiel
gesetzt werde, könne man in anderen Ländern erleben. Die Stärke
Deutschlands liege auch in einer guten und breiten Bildung und Ausbildung.
Renate Bauer
Landessprecherin der
Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz |
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| Urkunde
des Bündnisses für Demokratie und Toleranz für den DFW
Es bestehen Kontakte
zum Bündnis für Demokratie und Toleranz gegen Extremismus und
Gewalt. Für den Wettbewerb 2005 haben wir zwei Aktionen eingereicht,
und zwar einmal das multikulturelle Engagement von Annliese Müller
(München), die sich für Sprachhilfe für Migrantenkinder
in der Schule etc. einsetzt, und zum anderen unser Heft 21 als zweiten
Beitrag. Wir haben eine Urkunde für zivilgesellschaftliches Engagement
(“Aktiv für Demokratie und Toleranz 2005”) erhalten. Es gab 387 eingereichte
Beiträge. |
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| Jugendgruppe
aus Indien in Brandenburg
Eine siebenköpfige
indische Jugendgruppe des Atheist Centre in Vijayawada/Andhra Pradesh wird
vom 9. bis 24. August 2006 Gast beim Humanistischen Freidenkerbund im Havelland
sein. Damit wird das zehnjährige Humanistische Jugendaustauschprogramm
fortgesetzt.
Interessenten wenden
sich bitte an den Humanistischen Freidenkerbund, 14641 Nauen, Karl-Thon-Str.
42. Das Programm wird auf Anfrage gern zugeschickt. Im Oktober 2007 soll
dann wieder eine deutsche Freidenker-Jugendgruppe nach Südindien reisen. |
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„Papst
gsehng?“
Religionsfreie
Zone 2006 zum Papstbesuch im September geplant
Eine „fröhliche
Gegenveranstaltung“ zum Papstbesuch im September in Deutschland bereitet
der Bund für Geistesfreiheit in Bayern vor.
Ab dem 10. September
wird es aus Anlass des Papstbesuches in München „religionsfreie Zonen“
geben, in die sich Menschen zurückziehen können, die dem Rummel
um das katholische Kirchenoberhaupt entgehen wollen. In der Religionsfreien
Zone, Teil I, „Wissenschaft/Philosophie und Kunst“ referiert um 17.45 Uhr
Dr.Carsten Frerk zum Thema: „Und wer zahlts? - Die Kirchen und unser Geld“
sowie „Wa(h)re Nächstenliebe - die Legende von der kirchlich finanzierten
Wohlfahrt“. Ab 20.00 Uhr Kabarett-Abend, Thema unter www.religionsfreie-zone.de.
Am 11.09.06 um 17.45
Uhr spricht Dr. Michael Schmidt-Salomon zum Thema: „Schluss mit lustig?
- Nein, Schluss mit blöd! Freiheit der Kunst, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit
- Warum alle Aufklärung religiöse Gefühle verletzen muss!“
Am 12.09.2006, 17.45
Uhr, Vortrag Prof. Dr. Günther Kehrer „Der Religionen-TÜV - Die
Welt-Religionen und das ‘Problemfeld’ Menschenrechte“.
An allen drei Tagen
gibt es jeweils um 16.00 Uhr eine Pressekonferenz im Pressebüro „Religionsfreie
Zone München 2006“ für interessierte Journalisten.
In der Religionsfreien
Zone, Teil II, werden Filme gezeigt („Personal Services“, „Der Untergang
des amerikanischen Imperiums“, „Skin deep“) und zwar im Maxim Programmkino,
Landshuter Allee 33, München, am 13., 14. und 15.09.2006, jeweils
um 20.00 Uhr.
Religionsfreie Zone
Teil III: Heiden-Spaß statt Höllenqualen
16.09.06, 19.00 Uhr:
Abschlussparty der „Papst gsehng? - Religionsfreie Zone München 2006“
u.a. mit Sebastian Horn (Bananafishbones) im Feierwerk, Hansastraße,
München statt (Ort stand zu Programmschluss noch nicht fest, ab 15.07.06
unter www.religionsfreie-Zone.de).
Umrahmt wird die 7-tägige
(!) Religionsfreie Zone München 2006 durch Flugblatt-Aktionen, Verteilen
von Give-Aways (Kugelschreiber, Aufkleber, Kondome „Freie Liebe für
Freie Geister“) und künstlerische Aktionen (u.a. Karikaturen-Ausstellung).
Die Termine sind aus der Tagespresse zu entnehmen und werden zusätzlich
über Radio LoRa, 92,4, von 17h00 bis 24h00 (mo-fr) bekannt gegeben. |
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| Herausgabe
der Ludwig-Feuerbach-Werkausgabe gesichert
Die Herausgabe der
Gesamtausgabe der Werke von Ludwig Feuerbach ist gesichert. Nachdem zunächst
nicht feststand, ob das Projekt zu Ende geführt werden kann, hat mittlerweile
eine Spende dazu beigetragen, es zu vollenden.
Die Ludwig-Feuerbach-Gesellschaft
Nürnberg e.V. und die Freimaurerloge „Zur Wahrheit“ laden aus diesem
Anlass zu einem Festakt am Freitag, 28. Juli, ins Logenhaus Nürnberg,
Hallerwiese 16 a, Tempel, 1. Stock, ein. Auf dem Programm stehen u.a. ein
Vortrag von Prof. Dr. Werner Schuffenhauer zum Thema: „Ludwig Feuerbach
und die freigeistige Bewegung“ sowie die feierliche Überreichung des
Spendenschecks in Höhe von 21.000 Euro für die Fertigstellung
der Feuerbach-Werkausgabe in Anwesenheit der Spender. |
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Deutschland
– ein Sanierungsfall?
Die Rente der Berufsanfänger
Unter diesem Motto
steht ein politisches Seminar in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg,
das vom 30.9. bis 3.10. in dem idyllischen Ostseestädtchen stattfindet.
Die Standardargumente
der Politiker sind klar. Die Alterspyramide ist unten schlanker als oben.
Es müssen immer weniger junge Leute immer mehr Ältere durchfüttern.
Also muss auch im Rentenbereich gekürzt werden, da der jungen Generation
die Lasten nicht zuzumuten sind.
Die Kreuzfahrtschiffe
sind voll mit Rentnern. Offensichtlich geht es dieser Generation gut. Es
sind Häuser in Spanien, Griechenland und Florida gebaut worden, um
den Lebensabend in der warmen Sonne verbringen zu können. Die Rente
wird dorthin überwiesen. Kaufkraft wird aus Deutschland abgezogen.
Pflegeleistungen werden in Anspruch genommen von Älteren, die nie
in die Pflegeversicherung eingezahlt haben. Wie soll das aufgehen?
Die Frage, ob unser
Steuersystem grundsätzliche Schwächen enthält, wird gar
nicht gestellt. Im Prinzip besteht Konsens, dass unsere Arbeitskosten zu
hoch sind. Wie aber die Arbeitskosten entlastet werden können ohne
Steuererhöhungen, indem die Besteuerungsgrenzen zwischen Arbeit, Kapital,
Boden und Energie entsprechend der Produktionsmächtigkeit dieser vier
Faktoren verschoben werden, ist nicht Gegenstand der politischen Diskussion.
Im Rahmen dieses Seminars soll aufgearbeitet werden, wie unser Steuersystem
umstrukturiert werden muss, um am Weltmarkt konkurrenzfähige Arbeitskosten
zu erreichen.
Wir wollen Denkanstöße
geben für einen Arbeitsmarkt, der sich wieder der Vollbeschäftigung
nähert, und damit einhergehend für ein florierendes Wirtschaftssystem,
das mit den realen Alterstrukturen zusammenpasst.
Auf dem Programm stehen
u.a. folgende Vorträge: Ernst Mohnike: Einführung in das Thema
- Die Parteien zur Sozialpolitik, Horst Prem: Wie erreichen wir Generationengerechtigkeit?
Gerhard Hübener: Schieflage zwischen Energie und Arbeit: Energiesteuern
zur Finanzierung des Sozialsystems. Volker Mueller: Ethische Erziehung
für eine ungewisse Zukunft. Olaf Christensen: Die Rentenproblematik
aus der Sicht der jüngeren Generation. Kurt Hansen: Der demographische
Faktor im Versicherungswesen - lohnen noch Lebensversicherungen? Ute Urban:
Unterstützung junger Familien - wo klemmts? Tim Brandes: Bismarck
adieu - Zusammenbruch der Sozialsysteme?
Horst Prem/Olaf
Christensen |
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| Religion,
Werteerziehung und Bildungspolitik
In der Schriftenreihe
für freigeistige Kultur „Berichte und Standpunkte“ erscheint im September
das Heft 22 unter dem Titel „Ist Europa noch zu retten? Plädoyer für
eine soziale Bildungspolitik“. Es beinhaltet die Ergebnisse des 22. DFW-Seminars,
das vom 27. bis 29. Januar 2006 in Schney/Bayern stattfand.
Dokumentiert werden
die Vorträge und Arbeitsergebnisse des Wochenendseminars, und zwar
die Beiträge von Volker Mueller: „Monopol der Religionen oder Allianz
für Toleranz und Nichtdiskriminierung? - Thesen zur Werteerziehung“;
Horst Prem: „Die Bedeutung unseres Nachbarn - religiöse Toleranz in
multikulturellen Staaten und Gemeinschaften“; Renate Bauer: „Traditionelle
Werteerziehung in der BRD“; Peter Kriesel: „Werteunterricht für alle,
Respekt vor dem multikulturellen Hintergrund Berlins“; Georges Liénard:
„Plädoyer für eine soziale Bildungspolitik Einfluss der Humanisten
auf ein gemeinsames Grundwerteverständnis in der EU“ und von Heiko
Porsche: „Zum Konkordat in Hamburg“. |
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