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Internationale
und deutschlandweite Kooperation mit anderen Verbänden steht im Vordergrund
Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) traf sich zur Hauptversammlung in Berlin
Mit einem positiven
Rückblick auf Erreichtes und optimistischer Vorschau auf die künftige
Verbandsarbeit traf sich Ende Oktober 2006 der Dachverband Freier Weltanschauungs-gemeinschaften
e.V. (DFW) zur Hauptversammlung. Diese fand zum ersten Mal seit dem Zweiten
Weltkrieg in Berlin statt. Für die Delegierten der neun Mitgliedsverbände
und das Präsidium standen neben den Jahresberichten aus dem Präsidium
und der Revisionskommission sowie der Verantwortlichen für Öffentlichkeitsarbeit
und Feierkultur aktuelle Vorhaben und Anträge auf der Tagesordnung.
Einen Schwerpunkt bildete die Diskussion um die künftige Zusammenarbeit
auf internationaler Ebene, um sich konstruktiv vor allem in den europäischen
Einigungsprozess einzubringen. Auch die innerdeutsche Kooperation zwischen
dem Dachverband und anderen freigeistigen und humanistischen Vereinigungen
beschäftigte die Delegierten.
„In der Geschichte
der freigeistigen Bewegung Deutschlands hatte und hat Berlin eine besondere
Bedeutung“, würdigte DFW-Präsident Dr. Volker Mueller den Tagungsort
und übergab die Eröffnungsworte an Anke Reuther von der Freireligiösen
Gemeinde Berlin. Ihr Verein feierte im vergangenen Jahr sein 160-jähriges
Bestehen. „Wir haben deshalb den Fokus unserer Arbeit auf die Geschichtsaufarbeitung
gelegt“, sagte Anke Reuther. Zum Auftakt der Sitzung spielte sie einige
vertonte Gedichte des freireligiösen Künstlers Bruno Wille ab,
der Ende des 19. Jahrhunderts die Freie Volksbühne und Freie Hochschule
Berlins, Vorläufer der heute bekannten und beliebten Volkshochschulen,
gegründet hatte. DFW-Präsidiumsmitglied Norbert Weich vom Humanistischen
Freidenkerbund Brandenburg (HFB) betonte, dass sich die freigeistigen und
freireligiösen Verbände verstärkt an ihre Wurzeln und Traditionen
zurückerinnern sollten. In ihrem Jahresbericht schlug deshalb Ute
Janz, im Präsidium verantwortlich für Fest- und Feierkultur,
vor, individuelle Riten und besondere Feierlichkeiten der Mitgliedervereine
in einem Pool zu sammeln.
Für die Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes wünschte sich Ortrun
Lenz noch mehr Aktivität aus den einzelnen Vereinen. „Wir werden demnächst
ein Verzeichnis mit Referatsthemen herausgeben, die unsere Mitglieder für
Seminare zur Weltanschauung, Werteerziehung, Fest- und Feierkultur und
viele andere Gesellschaftsbereiche anbieten können“, sagte die Medienverantwortliche
des Dachverbandes. Sie hoffe auf viele Referenten, die mit einem Eintrag
in die Liste helfen, das freigeistige Netzwerk zu stärken. Der Themenkatalog
und weitere Verbandsnachrichten finden sich im neu gestalteten Internetauftritt
des DFW (www.dfw-dachverband.de), den Monika Hendlmeier vom Bund für
Geistesfreiheit Bayern betreut.
Als Erfolg für
die Verbandsarbeit wertete Vizepräsident Horst Prem, dass die Bundeswehrvereinigung
und das Bundesverfassungsgericht das DFW-Heft Nr. 21 zum Thema „Politik
für einen gesellschaftlichen Konsens oder das Ende der deutschen Demokratie“
in ihre Bibliotheken aufgenommen haben. Die Broschürenreihe entsteht
aus den Beiträgen zu gleichnamigen Seminaren, zu denen der Dachverband
einmal jährlich einlädt. Im Januar 2007 wird es in diesem Rahmen
eine Veranstaltung zum Thema „Ethik ohne Kirche“ geben. „Für uns gibt
es noch viel zu tun, denn nach wie vor wird die Trennung von Kirche und
Staat in Deutschland ständig verletzt“, sagte Horst Prem. So sei der
DFW trotz hartnäckiger Bemühungen noch nicht in den Nationalen
Ethikrat aufgenommen worden und auch im „Bündnis für Erziehung“
von Familienministerin Ursula von der Leyen nicht vertreten. „Wir müssen
immer wieder wichtige gesellschaftspolitische Themen aufgreifen und unsere
weltanschauliche Position in der Öffentlichkeit klar machen. Mit einigen
Anträgen, Aktionen und Pressebeiträgen ist uns das in den vergangenen
Jahren bereits besser gelungen“, resümierte Dr. Volker Mueller. Als
Beispiel nannte er die Aktionen im Rahmen des Papstbesuches in Deutschland
vom September 2006 und die Standpunkte des DFW zur Verfassung der Europäischen
Union.
Viel diskutiert wurde
auf der Hauptversammlung die weitere Arbeit der sog. Sichtungskommission
(SK). Das Gremium soll gemeinsame Ideen und Ziele zwischen dem DFW, dem
Humanistischen Verband Deutschlands (HVD), dem Deutschen Freidenkerverband
(DFV), dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA)
und anderen säkularen Verbänden ausloten und umsetzen. „Ich halte
nach wie vor daran fest, dass die Sichtungskommission wichtig für
gemeinsame Wege bleibt – bei allen Unterschieden, die die Verbände
in ihrer eigenen Arbeit trennen“, betonte Dr. Volker Mueller. Mitunter
gestalte sich das demokratische Miteinander jedoch sehr problematisch.
So wurde verdeutlicht, dass vom DFW bisher gute Vorschläge und Konzepte
eingebracht wurden, die die Kommission aber nicht gemeinsam aufnahm oder
umsetzte. Stattdessen brachten die größeren Einzelverbände
eigenständig Projekte ins Rollen. Auf der Hauptversammlung stimmten
die DFW-Delegierten deshalb dafür, weiter in der Sichtungskommission
mitzuarbeiten. „Wichtig ist bei dieser Entscheidung die Geste. Wenn wir
den anderen Mitgliedern die Tür vor der Nase zuschlagen und ganz aussteigen,
käme dies einem von uns gewollten Kontaktabbruch gleich. Die Verbände
würden sich so mehr voneinander entfernen“, fasste Friedrich Patzier
vom Bund für Geistesfreiheit Bayern zusammen.
In Zukunft wird der
DFW verstärkt das Wirken kleinerer Mitgliedsverbände fördern.
„Wir haben lieber zehn aktive als 1000 Mitglieder, die sich nur in der
Kartei befinden, sonst aber nie in Erscheinung treten“, betonte Horst Prem.
Nach wie vor stehe das Ziel, die Kräfte im Dachverband zu bündeln
und gezielt einzusetzen, im Vordergrund. „Wir müssen auch die bilaterale
Zusammenarbeit zwischen zwei Einzelverbänden unter unserem Dach weiter
ausbauen“, ermahnte Dr. Volker Mueller. Das Wirken auf internationaler
Ebene will der DFW durch die Mitgliedschaft in der International Ethical
and Humanist Union (IHEU) und der European Humanist Federation (EHF) ausweiten.
„Gemeinsam können wir uns so in politische Diskussionen, wie das Schaffen
einer laizistischen Verfassung für die Europäische Union, einbringen“,
sagte Dr. Volker Mueller. Horst Prem schlug vor, sich aktiv an der EU-Initiative
„Citizens for Europe to promote European Citizenship“ zu beteiligen und
Vorschläge für eine integrative Werteerziehung in Europa zu sammeln.
Für 2007 hat
der Dachverband das Robert-Blum-Jahr ausgerufen, das im kommenden September
mit einem Festakt in Berlin begangen wird. Langfristig werden zudem das
60-jährige Bestehen des DFW und das Charles-Darwin-Jahr zum 200. Geburtstag
des Wissenschaftlers 2009 vorbereitet.
Marie Prott |
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| Humanistische
Freidenker in Brandenburg haben gewählt
Kürzlich fand
der 6. ordentliche Verbandstag des Humanistischen Freidenkerbundes Brandenburg
e.V. in Bernau statt. Neben der Bilanz der bisherigen Arbeit und den Beratungen
über die weiteren Aufgaben wurde auch der Vorstand neu gewählt:
Als Vorsitzender wurde Dr. Volker Mueller (Falkensee) wiedergewählt,
seine Stellvertreter sind Norbert Weich und Heinz Klos (beide Bernau),
Marina Sult (Ketzin) ist Schatzmeisterin und Katrin Jura (Wagenitz) und
Karina Berg (Bernau) sind Beisitzerinnen.
Inzwischen existiert
die freie Weltanschauungsgemeinschaft über zehn Jahre und ist aktives
Mitglied des bundesweiten Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften
e.V. und des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg e.V. Sie konnte
einige wichtige Aufgaben in Aufklärung und Bildungspolitik in Angriff
nehmen. Jugendfeiern und Trauerkultur sind bewährte Aufgabenfelder.
Die humanistische Jugend- und Sozialarbeit hat einen besonders hohen Stellenwert
in der humanistischen Weltanschauungsgemeinschaft.
Als Interessenvertreter
konfessionsfreier Menschen in Brandenburg werden folgende Schwerpunkte
realisiert:
- soziale Hilfen
und Beratungs- und Betreuungsangebote sowie Lebenshilfe für Behinderte,
sozial Schwache, Obdachlose, Suchtgefährdete
- freigeistig-humanistische
Jugendarbeit, offene Jugendarbeit, Jugendbildung und -freizeit
- weltliche
Fest-, Feier- und Trauerkultur
- weltanschauliche
Arbeit, Bildung, Schulangebote, Aufklärung
Besonders wurde das
gegenwärtige und zukünftige Engagement des HFB für die Einführung
und Gestaltung des freiwilligen Unterrichtsangebots „Humanistische Lebenskunde“
an Brandenburger Schulen hervorgehoben. Es ist als ein bedeutsamer und
historischer Erfolg zu bewerten, dass der HVBB als Weltanschauungsgemeinschaft
das Recht erhalten hat, ein eigenes bekenntnisgebundenes Unterrichtsangebot
an Brandenburger Schulen zu entwickeln.
Das Bestreben des
HFB, mit dem HVBB ein freiwilliges Unterrichtsfach Humanistische Lebenskunde
auch in Brandenburg einzuführen, steht nicht im Gegensatz zu der Unterstützung
eines werteorientierenden, integrativen Unterrichts für alle Schüler,
wie er in dem staatlichen Schulfach Lebensgestaltung-Ethik-Religionskunde
(LER) in Brandenburg gut realisiert wird. Lebenskunde soll z.B. auch nur
in der Grundschule, eventuell in der Sekundarstufe II, sowie an Schulen,
wo kein LER durchgeführt wird, stattfinden. Lebenskunde ist eine Alternative
zum Religionsunterricht, nicht zu LER.
Der HVBB bereitet
sich mit Unterstützung des HFB solide vor, neben dem kirchlichen Religionsunterricht
auch „Humanistische Lebenskunde“ für konfessionslose Schüler
ab 2007 anzubieten. Ein Landesinstitut für Huma-nistische Lebenskunde
Brandenburg des HVBB ist gegründet. Von den guten Erfahrungen des
Berliner HVD wird dabei profitiert.
Der Humanistische
Freidenkerbund hat durch sein jahrelanges Wirken vor Ort in der Jugendarbeit,
in der Hilfe für Menschen mit sozialen Problemen, in der Gestaltung
eigener kultureller Angebote wie der Jugendfeier, den Namensfeiern, der
weltlichen Trauerkultur, in der Jugend- und Erwachsenenbildung, in den
Aktivitäten gegen Fremdenfeindlichkeit und für mehr Toleranz
und Demokratie in Brandenburg und vielem mehr bewiesen, dass er ein verlässlicher
und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil sozialer und kultureller Wirklichkeit
in Brandenburg ist. |
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Ein
kritischer Gedanke geht um die Welt
5. IHEYO Konferenz
2006 in Vijayawada/Indien
Der Sound einer Madeltrommel
ist vom Dach zu vernehmen. Nepalesische Klänge mischen sich mit Gelächter,
Stimmen und dem Straßenlärm der späten Abendstunde. Im
Atheist Centre in Vijayawada haben sich 43 junge Menschen aus elf verschiedenen
Ländern von vier Kontinenten zusammengefunden, um die Nacht mit internationalen
Klängen zu erfüllen.
Anlass ist die 5.
IHEYO-Konferenz, an der in diesem Jahr junge Trainer und Lehrer aus humanistischen
Feldern teilnehmen, um zum Thema „Critical Thinking in Free Inquiry in
Education“ eine Woche lang Workshops, Seminare und Vorträge zu besuchen,
an Diskussionen teilzunehmen oder einfach nur den Austausch mit anderen
jungen und aktiven Humanisten zu suchen. Wichtig sind hier der Austausch
von unterschiedlichen Lehrpraktiken, pädagogischen Methoden des Lehrens
und Diskussionen für weitere Ideen. Eine großer Wunsch ist die
Chance auf viele Kontakte und neue Lernbereiche, die Vielfalt der Erfahrungen
und eine Fülle von unterschiedlichen Fähigkeiten, kritisches
Denken zu lehren.
Die Erwartungen an
die Konferenz mischen sich hier mit den jahrelangen und erfolgreichen Arbeitskonzepten
des Atheist Centres, welches eine der bekannten atheistischen Organisationen
ist, die sich für soziale Gerechtigkeit und humanistische Grundwerte
einsetzen. Das Atheist Centre ist in viele säkulare Aktivitäten
im Bereich der Sozialarbeit involviert, um für soziale Veränderungen
in einer gewaltfreien Art und Weise zu werben. In ihrer Arbeit legen seine
Mitarbeiter besonderen Wert auf ein demokratisches und kosmopolitisches
Erscheinungsbild, das sich durch verschiedene Bildungs- und Ausbildungsprozesse
hindurch widerspiegelt, um den Bürger an sich zu einem besseren Menschen
zu machen, indem sie ihm dabei helfen, seine Möglichkeiten an Verantwortung
und Pflichten gegenüber der Umwelt und Gesellschaft deutlich zu machen.
Integriert in das
gut gefüllte Programm der Konferenz ist auch ein Tagesausflug zu einer
der Campusanlagen, um Projekte des Centres kennen zu lernen. Hier werden
Dörfer in ländlichen Gegenden betreut, die durch mehrere Naturkatatrophen
zerstört wurden oder unterentwickelte Strukturen aufweisen, da es
keinen Strom, Wasseranschluss oder keine Anbindung an eine örtliche
Schule gibt. In vielen dieser Dörfer arbeitet Artik Samata Mandal
(ASM), eines der drei großen Projekte das Atheist Centres, schon
jahrelang mit Erfolg und sich langsam verbessernden Strukturen. Jede Veränderung
braucht ihre Zeit.
Auch diese Konferenz
ist ein Meilenstein in der jungen humanistischen Bewegung, da es das erste
Mal ist, dass eine Konferenz mit so vielen Leitern, Trainern und Lehrern
mit einem humanistischen Hintergrund stattfindet. Humanismus heißt
leben in atheistischem und verantwortungsvollem Umgang miteinander, basierend
auf rationalem Denken. Es bietet die Plattform für einen internationalen
Austausch zwischen Rationalisten, Atheisten, Skeptikern und Humanisten.
„Critical Thinking“ ist einer der wichtigsten Grundsätze für
Autonomie. Es ist wichtig, die Informationen zu verarbeiten, zu verstehen
und zu hinterfragen. Immer noch gibt es weltweit viel Streit aus religiösen
Gründen sowie traditionelles Ignoranzverhalten aufgrund von Glaubensfragen
und Missachtung der Menschenrechte. Es ist wichtig, für
Toleranz zu werben und Vorurteile abzubauen. Dieser Austausch ist jedenfalls
gut für die Weiterentwicklung in jedem Land.
So wird abends die
Trommel geschlagen, laut gesungen, viel erzählt und weiter über
Dinge diskutiert, für die man tagsüberdie noch keine Zeit gefunden
hatte. Ein internationales Treffen wie dieses ist weit mehr als nur ein
offizielles Konferenztreffen, da es Völkerverständigung und Interesse
an anderen Kulturen weckt und die Jugend bestärkt, in ihren Aktivitäten
weiterzugehen, neue Kontake zu knüpfen und Ideen für ihre Arbeit
und Zukunft zu sammeln. Hoffen wir das Beste.
Silvana Uhlrich
(2. Vize-Praesidentin IHEYO) |
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Erste
Nachrichtenagentur für freigeistige und humanistische Informationen
online
Humanistischer
Pressedienst für konfessionsfreie Berichterstattung
Das virtuelle Wissensangebot
des Internets ist scheinbar so unendlich wie das Universum. Wer spezielle
Informationen benötigt, wird dort am schnellsten fündig. Etwas
schwieriger gestaltete sich bisher jedoch die Suche nach Portalen, die
vornehmlich humanistische und konfessionsunabhängige Nachrichten verbreiten
und bündeln. Seit Mitte Oktober nun ist die erste Webseite dieser
Art online: Der Humanistische Pressedienst (kurz HPD), zu finden unter
der Internetadresse www.hpd-online.de, bietet aktuelle Informationen zu
Themen aus Politik und Gesellschaft. Sie werden unabhängig von der
Kirche, Religionen und anderen Ideologien journalistisch aufbereitet und
dem User in einem übersichtlichen und benutzerfreundlichen Layout
präsentiert.
Der Humanistische
Verband Deutschland (HVD) und die Giordano-Bruno-Stiftung finanzieren das
Newsprojekt. „Wir haben gemerkt, dass die Menschen es leid sind, sich mit
ihrer konfessionslosen Lebensweise kaum in tagesaktuellen Berichten wieder
zu finden“, sagte Carsten Frerk bei der Pressekonferenz am 20. Oktober
2006 im Roten Rathaus in Berlin, auf der die Internetseiten der Öffentlichkeit
präsentiert wurden. Horst Groschopp vom Humanistischen Verband betonte,
dass man sich neben den zwei großen Kirchen im Land und anderen religiösen
Gruppen deutlich positionieren müsse. „Wer nichts sagt, kann auch
nicht gehört werden“, stellte der HVD-Vorsitzende fest. Gleichzeitig
betonte er, dass das Nachrichtenportal sich nicht als eine Verbreitungsmaschine
von Verbandsnachrichten des Humanistischen Verbandes oder Giordano-Bruno-Stiftung
verstehe. „Wir wollen kritisch auf alle freigeistigen, humanistischen und
freireligiösen Verbände in Deutschland schauen“, versicherte
Chefredakteur Carsten Frerk. In Deutschland gäbe es mehr als 20 Organisationen,
denen das Prinzip eines selbstbestimmten Lebens ohne Gott gemeinsam sei.
„Trotz unterschiedlicher Auffassungen der verschiedenen Vereine gibt es
eine gemeinsame Schnittmenge von Überzeugungen, die das Newsportal
objektiv abbilden wird. Die journalistisch unabhängige Redaktion der
Nachrichtenagentur ist nur den eigenen Prinzipien verpflichtet“, betonte
die HPD-Chefredaktion. Freigeistige und humanistische Positionen sollen
in den Medien und der Politik durch das Portal mehr Beachtung finden. Innerhalb
der Verbandslandschaft und für alle konfessionslosen Menschen soll
der Online-Dienst mit einem gemeinsamen Veranstaltungskalender und Pressemeldungen
der Organisationen integrierend wirken.
Übersichtlich
und mit schnellem Zugriff bietet das Portal aktuelle Tagesmeldungen aus
Deutschland und der Welt, die ganz im Stil von Nachrichtenagenturmeldungen
zuerst die aktuellsten präsentieren. Ältere Nachrichten rutschen
in der Auflistung nach unten. In der Rubrik „Externe Presse“ werden Artikel
anderer Medien anmoderiert und zum Weiterlesen verlinkt. Pointiert analysieren
meinungsbetonte Beiträge, wie Kommentare oder Glossen, tagesaktuelle
Ereignisse unter freigeistigen Gesichtspunkten. Auf der Startseite oben
rechts findet sich der interessante Link „Gedenktage“, hinter dem sich
täglich ein Bericht zu Geburtstagen berühmter Persönlichkeiten
oder zu historischen Ereignissen der humanistischen Bewegungen verbirgt.
Marie Prott |
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| Ethik
ohne Kirche!
Ein Seminar mit diesem
Thema findet vom 26.-28. Januar 2007 in der Frankenakademie Schloss Schney
statt. Veranstalter ist der Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften,
der damit bereits sein 23. DFW-Seminar plant. Informationen und Anmeldungen
über dfw-praesident@web.de |
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| Ferien
an der Ostsee
Die Freirelgiöse
Landesgemeinde Pfalz bietet im nächsten Sommer wieder, wie alle zwei
Jahre, eine Familienfreizeit in der Jugend- und Bildungsstätte Klingberg
in Scharbeutz/Ostsee an, und zwar vom 14. bis 28. Juli 2007. Optional ist
bereits davor, vom 7. bis 14. Juli, eine Freizeitvorwoche buchbar.
Seit 1995 fahren Teilnehmer
aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden, Berlin und der Schweiz zur Familienfreizeit
der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz nach Klingberg in Scharbeutz
(Ostsee), um einen erholsamen Urlaub zu verbringen. Das Haus ist eine Einrichtung
der Deutschen Unitarier, wird von engagierten Unitariern geleitet, ist
behindertengerecht ausgebaut und hat eine überaus freundliche und
hilfsbereite Atmosphäre. Es verfügt über Mehrbettzimmer
mit direktem Zugang zur Wiese sowie Doppelzimmer und wenige Einzelzimmer.
Daneben bietet das Haus zahlreiche Aufenthaltsräume mit vielen Spiel-
und Freizeitmöglichkeiten (Sport- und Spielplatz, Sporthalle, Werkraum,
Kamin, Bar). Auch bei schlechtem Wetter ist für „Auslauf“ gesorgt.
Zum Pönitzer See mit Strandbad beträgt der Fußweg 15 Minuten
durch den Wald, an den Strand zur Ostsee mit dem Auto fünf Minuten.
Außerdem kann man wandern, Fahrräder mieten, Ausflüge machen
u.v.m.
Die Anreise erfolgt
privat. Programmgestaltung wird vor Ort gemeinsam gemacht, nach dem Willen
und den Wünschen der Beteiligten. Die Preise bewegen sich zwischen
190 (Kinder unter 4 Jahre) und 720 Euro (Erwachsene im Einzelzimmer), je
nach Alter und Zimmerart (bitte bei Interesse erfragen). Information und
Anmeldung über die Freireligiöse Landesgemeinde Pfalz, Wörthstr.
6 a, 67059 Ludwigshafen, Tel. 0621-512582, Fax 0621-626633, E-Mail |
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| Unsere
Ressourcen: Wasser, Öl und Klima
17 Prozent der Erdbevölkerung
verbrauchen 80 Prozent der Ressourcen. Wie soll Verteilungsgerechtigkeit
erreicht werden? Unser westliches Wirtschaftssystem vergrößert
ständig den Abstand im Bruttosozialprodukt zwischen Entwicklungs-
und Industrieländern. Dies ist eine Ursache für die terroristische
Bedrohung, der wir nicht durch Kriege begegnen können. Den gleichen
Fehler hat vor rund 2000 Jahren das Römische Reich begangen. Das Ergebnis
ist hinlänglich bekannt! Rom musste für sein Wirtschaftssystem
den Sklavennachschub durch Kriege sicherstellen. Heute kämpfen einige
westliche Nationen um die Energiesklaven im Nahen Osten. Haben wir denn
nichts gelernt.
Mit Öl, Gas,
Kohle und Uran ist aber keine Verteilungsgerechtigkeit mehr zu erreichen.
Verschiedenen Völkern wird im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser
abgegraben, und wir benutzen die Flüsse und die Atmosphäre als
Müllhalde. Sind unsere verschrobenen Wertvorstellungen Auslöser
für diese Fehlentwicklungen?
Die Globalisierung
der Wirtschaft schreitet ohne Globalisierung der Wertvorstellungen voran.
Für letztere ist aber eine dialogisch-integrative Werteerziehung im
multikulturellen Gemeinwesen Voraussetzung. Erste Ansätze in diese
Richtung sind in Brandenburg mit dem Fach Lebensgestaltung, Ethik, Religionskunde
(LER) beschritten worden und werden nun in Berlin mit dem Pflichtfach Ethik
noch konsequenter fortgeschrieben. Der konfessionelle Unterricht bleibt
davon unberührt. Die Schwachstelle dieses konfessionellen Unterrichtes
liegt allerdings in der Aufteilung der Klassenverbände nach Konfessionen.
Toleranz ist aber nur erlernbar, wenn über Werteunterschiede und verschiedene
Lebensentwürfe im geschlossenen Klassenverband gesprochen wird.
Die Präambel
des Europäischen Verfassungsentwurfes weist in die Richtung der Eigenverantwortung
des Menschen. Kann sich Europa darauf verständigen, wenn selbst die
deutsche Kanzlerin diesen Entwurf durch einen beliebig interpretierbaren,
jenseitigen Gottesbezug ergänzen möchte?
Horst Prem (Vizepräsident
des DFW) |
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