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| Europäische
Verfassung ohne Gottesbezug!
Im Rahmen einer Tagung
des Dachverbandes Freier Weltanschauungsgemeinschaften e.V. in der Frankenakademie
Schloss Schney wurde die Notwendigkeit bekräftigt, dass im Verfassungsvertrag
für die Europäische Union kein Gottesbezug aufgenommen werden
soll. Die aktuellen Forderungen des Papstes Benedikt XVI. sowie der deutschen
Bundeskanzlerin und derzeitigen EU-Ratspräsidentin, Dr. Angela Merkel,
nach der Aufnahme eines Bezugs zum christlichen Gott in die EU-Verfassung
sind anmaßend und werden vom DFW abgelehnt. Der DFW fordert daher,
die Neutralität in allen Religions- und Weltanschauungsfragen in der
Europäischen Verfassung zu wahren sowie Gewissens-, Glaubens- und
Weltanschauungsfreiheit strikt zu sichern.
Der DFW-Präsident,
Dr. Volker Mueller, erklärte: „Es ist dem DFW ein besonderes Anliegen,
Geistesfreiheit, Humanismus und kulturelle Toleranz zu fördern sowie
die Neutralität aller Staatlichkeit in Religions- und Weltanschauungsfragen
zu sichern. Die Weiterentwicklung des europäischen Gedankens und der
Wertegemeinschaft des sich vereinigenden Europas wird von uns ebenso unterstützt
wie die schrittweise Erweiterung der Europäischen Union und der verfassungsrechtlich
verbindlichen Grund- und Menschenrechte.
Der Entwurf der Verfassung
der EU schützt die Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Die EU
ist eine säkulare internationale Organisation. Die EU-Verfassung soll
daher keine einzelne Religion oder Weltanschauung hervorheben oder einen
privilegierenden Rechtsstatus der christlichen Kirchen zulassen, da Europa
schon immer einen multireligiösen und weltanschaulich-pluralistischen
Hintergrund hatte. Einen wie auch immer formulierten Bezug in der Präambel
oder an anderer Stelle der Verfassung zu einem Gott oder vorrangig zu einer
christlich-abendländischen Tradition Europas lehnen wir ab. Dieser
Bezug wäre sowohl historisch nicht gerechtfertigt als auch weltanschaulich
diskriminierend.“
Um die religiös-weltanschauliche
Freiheit zu verteidigen, wende sich der DFW gegen jegliche Diskriminierung
kultureller Traditionen oder existierender demokratischer Gemeinschaften.
Die Entwicklung und Wahrung von Toleranz als universellem Denk- und Verhaltensprinzip
müsse daher ein zentrales Anliegen der EU werden. Dieses Bestreben
müsse in Übereinstimmung stehen mit der „UN-Declaration on the
Elimination of All Forms of Intolerance and Dis-crimination Based on Religion
or Belief“, die von der Generalversammlung der UNO am 25. November 1981
angenommen wurde.
Abschließend
wiederholt der DFW seine Forderung, die EU-Verfassung durch einen Volksentscheid
am Tage der Europa-Wahl 2009 in allen EU-Staaten bestätigen zu lassen. |
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| Dialektisches
Denken bei Nikolaus von Kues und Jakob Böhme
Zu einem Seminar über
Nikolaus von Kues und Jakob Böhme lädt die Freigeistige Aktion
am 28. April nach Neustadt/Rbge. ein. Anhand dieser beiden Persönlichkeiten
soll die Entwicklung des dialektischen Denkens vorgestellt werden.
Nikolaus von Kues genießt besonders in freireligiösen/freigeistigen
Kreisen eine große Wertschätzung. Jakob Böhme, als Lutheraner
und Schuhmacher bekannt, hat auf mehrere nach ihm gekommene Denker zum
Teil großen Einfluss ausgeübt. Selbst Hegel erkannte in Böhmes
Spekulationen die in ihnen enthaltenen dialektischen Ansätze. Böhmes
pantheistische Gleichsetzung von Natur und Gott wurde natürlich vom
offiziellen Christentum schärfstens missbilligt und führte zu
Anfeindungen.
Bei Nikolaus von Kues
ist der Sachverhalt anders. Er wurde 1401 als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns
geboren. Mit siebzehn fing er an zu studieren und schloss sein Studium
nach sechs Jahren ab. Studienorte waren Heidelberg (1416/17) und
Padua (1417-23). Er studierte Mathematik, Physik, Astronomie, Medizin,
antike Philosophie und Jura - jedoch nicht Theologie. Mit 22 erwarb er
den Doktortitel in Jura, erst danach studierte er in Köln erstmals
Theologie. Seine kirchliche Laufbahn begann er dann mit 26 Jahren. Vermutlich
hat sich seine naturwissenschaftliche Ausbildung in einigen seiner theologischen
Schriften niedergeschlagen, was ihn, von einem freidenkerischen Standpunkt
aus betrachtet, interessant macht.
Anmeldungen zu dem
Tagesseminar, das von 10 bis 17 Uhr im Schloss Landestrost stattfinden
wird, bitte an Arnher Lenz, Fasanenweg 8, 31535 Neustadt, Tel. 05032-66297,
Fax 66263, mail: arnher.e.lenz@t-online.de. |
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| Die
Geschichte der Frauen in der freireligiösen Bewegung
Zu diesem Thema findet
vom 17.-20. Mai 2007 in Berlin ein Seminar statt. Veranstalterin ist die
Arbeitsgemeinschaft Frauen im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands.
Auf dem Programm stehen u.a. auch die Besichtigung der Dauerausstellung
zur Geschichte der Freireligiösen in den Räumen der Freireligiösen
Gemeinde Berlin, die ihren Sitz am Prenzlauer Berg, Pappelallee 15 hat,
sowie des gleich nebenan befindlichen freireligiösen Friedhofsparks.
Weitere Informationen bei Gerda Fleddermann, Wallgasse 3, 96476 Bad Rodach,
Tel. 09564-3679. |
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| Neue
Broschüre
„Heidenspaß am
Haidplatz“ heißt eine neu erschienene Broschüre des Bundes für
Geistesfreiheit (bfg) Regensburg. In ihr wird die Regensburger Veranstaltung
„Heidenspaß statt Höllenqual“ am 10. September 2006 anlässlich
des Papstbesuches dokumentiert. In der Broschüre finden sich alle
Reden, Liedtexte, Sketche und Gedichte der Veranstaltung. Zusätzlich
wurden auch andere Aktivitäten im Umfeld des Papstbesuchs aufgenommen,
wie die Beschlagnahmung zweier Bilder nach §166, der „Papst-Wasser-Klau“
oder Ausschnitte aus einem Kasperltheater. Die reich bebilderte Broschüre
ist gegen einen Unkostenbeitrag von 3 Euro (zzgl. Versand) erhältlich
beim: bfg Regensburg, Waldweg 1, 93105 Tegernheim. |
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Tagung
der Freien Akademie 2007: Mensch und Ökonomie – Wirtschaften zwischen
Humanität und Profit
Termin 28. April –
01. Mai 2007
Ort Gutshof Havelland,
Falkenrehde (bei Berlin)
Tagungsleitung PD
Dr. Dieter Fauth
Spätestens seit
Anfang 2005, als viele Firmen in Deutschland die Verlagerung von Arbeit
in Billiglohnländer bereits umfassend betrieben und – wie etwa die
Deutsche Bank – trotz hoher Gewinne massenhaft Angestellte entließen,
ist die Frage nach der Menschlichkeit unserer Wirtschaft öffentlich
geworden. Kontrovers diskutiert wird, ob beim Wirtschaften der Profit oder
der Mensch an oberster Stelle stehen sollte. Darauf gibt es keine einfachen,
schon gar keine romantischen Antworten. Profit und Menschlichkeit sind
möglicherweise keine Gegensätze, sondern spannungsreich aufeinander
bezogene Beweggründe wirtschaftlichen Handelns. Offen ist, ob die
Wirtschaft dem Menschen dann optimal dient, wenn sie Profitinteressen den
Interessen der Menschen an Arbeitsplatzsicherheit, Konsumtion und der Erhaltung
einer lebenswerten Umwelt unterordnet oder aber – gerade im Kontext der
Globalisierung – die genannten Interessen der Menschen langfristig nur
auf dem Wege konsequenter Profitmaximierung zu verwirklichen sind.
Die Tagung: Mensch
und Ökonomie – Wirtschaften zwischen Humanität und Profit möchte
mit der Ökonomie einen grundlegenden Lebensbereich des einzelnen Menschen
und der Gesellschaft bedenken. Reflektiert werden sollen nicht nur die
möglichen Handlungsoptionen des Menschen, sondern auch die anthropologisch-philosophischen
Grundlagen wirtschaftlichen Handelns. Kurzatmig, rein pragmatisch gefundene
Handlungskonzepte sind kein Ziel der Tagung. In diesem umfassenden Erkenntnisansatz
sollen sich die Tagungsteilnehmer dem Thema auf zwei Zugangsweisen annähern,
die für sich entfaltet werden und miteinander ins Gespräch kommen.
Zum einen sollen einschlägig engagierte Gruppen und gesellschaftliche
Akteure ihre Sichtweisen aus ihrer Perspektive entfalten. Zum anderen sollen
sich eher beschreibende, analytisch vorgehende einschlägige Wissenschaftsvertreter
dem Tagungsthema widmen. Methodisch geschieht dies alles vor allem in Form
von Vortrag und Diskussion. Weiterhin sollen alle Tagungsteilnehmer die
Gelegenheit haben, sich mit einem ausgewählten Themenaspekt in einer
Arbeitsgruppe unter der Leitung je eines Tagungsreferenten vertieft zu
befassen. Abgeschlossen wird die Tagung mit einem für Wortbeiträge
der Tagungsteilnehmer offenen Diskussionsforum, auf dem eine Auswahl der
Tagungsreferenten einen abschließenden Diskurs zum Thema führen.
Ein besonderes Angebot im Rahmen der Tagung ist die Exkursion der Tagungsteilnehmer
zu der Gemeinnützigen Obstbausiedlung Eden bei Oranienburg. Diese
Siedlung ist nach sozialökonomischen Konzepten errichtet und bis heute
geführt, wobei Grund und Boden nach dem Erbbaurecht statt als Privateigentum
genutzt wird und der Geldfluss zur Finanzierung der genossenschaftlichen
Vorhaben ohne Zinsnahme (bei Anlage und Leihe) geregelt ist. Diese freiwirtschaftlichen
Prinzipien als dritter Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus spielen
auch sonst im Tagungsverlauf eine wichtige Rolle. |
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Zukunftswünsche
– Zukunftsängste
Wie wünschen
wir uns die Welt?
Unitariertag Niedernhausen/Wiesbaden
25.–28. Mai 2007
Alle Entscheidungen
und Handlungen in der Gegenwart sind auf die Zukunft gerichtet; deshalb
sollten sie sinnvoll sein. Nach unitarischer Auffassung sollte der autonome
Mensch seinen eigenen Sinn für sein Leben finden. Dazu ist Unabhängigkeit
unsere von Fremdbestimmung, Selbstständigkeit und der Mut, sich seines
eigenen Verstandes zu bedienen, notwendig.
Ich entwickle zur
Gestaltung meines Lebens Vorstellungen bzw. ich habe Wünsche, nach
denen ich mein Handeln und Tun ausrichten möchte. Dabei entstehen
auch Zweifel, Sorgen, Hindernisse und vor allem Ängste, von denen
ich mich nicht terrorisieren lassen darf. Der Schriftsteller Salman Rushdie
hat es einmal so formuliert: Ich kann meine eigene Lebensvorstellung nur
realisieren, „indem ich der Angst nicht gestatte, mein Leben zu beherrschen,
auch wenn ich Angst habe“. Solche Lebensvorstellung und Lebensführung
ist nur möglich in einem entsprechend freien Umfeld, das wir glücklicherweise
in unserem Staat weitgehend vorfinden: Wir leben in einem Rechtsstaat,
in einer Demokratie mit einem Mehrparteiensystem, in einem real existierenden
Pluralismus. Der Säkularismus in unserem Land wird angestrebt, wenn
auch die völlige Trennung von Staat und Kirche noch nicht erreicht
ist. Die Meinungsfreiheit hat sich bei uns als ein hohes Gut herausgebildet
und um die Gleichheit aller Bürgerinnen und Bürger wird sich
immerhin bemüht.
Mit unserem Motto
des Unitariertages wollen wir einen Beitrag leisten zur Bewusstmachung
und – wenn es uns denn gelingt – zu Lösungsvorschlägen allgemein
gesellschaftlicher Probleme, die uns Angst machen, mit denen wir aber auch
Wünsche verbinden. Dazu haben wir uns auf drei Felder beschränkt:
• Unsere Kinder: Zukunftsträume
– Zukunftsängste
• Unsere Wirtschaft
und die Menschenrechte
• Unsere Ressourcen:
die Zukunft von Wasser, Öl und Klima
Immer öfter höre
und lese ich den Ruf nach dem „Staat“, der sich dieser Probleme annehmen
sollte. Richtig ist aber, dass wir Bürgerinnen und Bürger der
Staat sind und nicht nur die Regierenden. Daher lade ich nicht nur alle
Unitarierinnen und Unitarier zu unserem Unitariertag ein, sondern auch
alle Gäste, die an den genannten Problemen mitarbeiten wollen.
Eike Möller
Als Arbeitsgruppen
sind u.a. geplant:
• Prof. Wolfgang Deppert:
Zukunftshoffnungen trotz Zukunftsängsten: Zusammenhänge von Wirtschaft
und Religion
• Gunde Hartmann:
Das misshandelte Kind – wie können wir helfen?
• Wilken Möller
(GITG GmbH): Muss der Faktor Arbeit billiger werden?
• Dr. Volker Mueller:
Gemeinsam leben lernen! Werteerziehung für alle und/oder Religionsunterricht
oder Lebenskunde?
• Horst Prem: Unsere
Ressourcen: Wasser, Öl und Klima
• Dr. Inga Scharf:
Was Frauen wollen: Mütter, Karrierefrauen, Rentnerinnen – wie wünschen
wir uns die Welt?
• Prof. Dr. Karsten
Urban: Bildung nur noch für Reiche – wie soll unser Bildungssystem
in der Zukunft aussehen?
Weitere Informationen
zum Unitariertag, z.B. über Unterkunft, Verpflegung, Preise, Kinderbetreuung,
Arbeitsgruppen, Ausflugsprogramm etc. gibt es im Internet unter www.unitarier.de.
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