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| Einladung
zum Robert-Blum-Jahr 2007
Der Dachverband
Freier Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) gedenkt in diesem Jahr des vor
200 Jahren geborenen Freigeists Robert Blum. Der deutsche Politiker der
Märzrevolution, der Demokrat, der Freireligiöse und der Abgeordnete
der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche wurde 1848 standrechtlich
erschossen.
Im März 1845
fand unter der Führung Blums das erste deutsch-katholische Konzil
in Leipzig statt, das den Beginn der freireligiösen Bewegung darstellt.
1846 wurde Blum Stadtverordneter in Leipzig. Zwickau delegierte ihn 1848
ins Frankfurter Vorparlament, wo er zu einem der Vizepräsidenten und
in den Fünfzigerausschuss gewählt wurde. Er führte
die radikalliberale Fraktion an, die das Prinzip der Volkssouveränität
vertrat. Während der Wiener Oktoberrevolution trat Blum im Wiener
Gemeinderat, im Reichstagsausschuss und im Studentenausschuss auf, wo er
am 23. Oktober eine viel beachtete Rede über die auf Freiheit basierende
Ordnung hielt. Dann nahm er als Kommandeur der ersten Kompanie an der militärischen
Verteidigung des revolutionären Wien teil. Am 4. November wurde Blum
verhaftet und unter Missachtung seiner Abgeordnetenimmunität am 9.
November exekutiert. Sein Tod unterstreicht die Machtlosigkeit der Frankfurter
Nationalversammlung und der jungen Demokratiebewegung in Deutschland. Sie
macht ihn zum Symbol der gescheiterten Märzrevolution. Für die
Demokratie und die freigeistige Bewegung in Deutschland wird er zu einer
ihrer Gründer und Leitfiguren, ja zu einem Märtyrer.
Der DFW und seine
Mitgliedsverbände werden Robert Blum in einer zentralen Festveranstaltung
am 23. September 2007, um 10.00 Uhr, in Berlin, Pappelallee 15, als standhaften
Demokraten, Freiheitskämpfer, Revolutionär und als Freireligiösen
würdigen. Das „Robert-Blum-Kollegium“ unter der Leitung von Kirsten
Reuther wird mit Schauspiel und Musik die festliche Veranstaltung gestalten.
Die Teilnahme ist auf Einladung möglich. Am 22. September wird eine
begleitende wissenschaftliche Tagung des DFW zum Thema „Robert Blum (1807–1848)
– Demokrat, Revolutionär und Freigeist“ in Berlin, Prenzlauer Allee
80 (Zeiss-Großplanetarium) durchgeführt. Der Tagungsablauf ist
wie folgt:
15.00 Uhr: Dr. Volker
Mueller, DFW-Präsident: Eröffnung
15.15 Uhr: Dr.
Wolfgang Heyn, Zentrum zur Erforschung der freireligiösen Bewegung,
Berlin: Robert Blum – ein Porträt anhand der historisch-politischen
Literatur seit 1848.
15.45 Uhr: Prof. Dr.
Frank Engehausen, Historisches Seminar der Universität Heidelberg:
Der Demokrat Blum in der Nationalversammlung.
16.45 Uhr: Hans Jörg
Schmidt, Stadtarchiv Schriesheim: Blums Verständnis von Freiheit und
Revolution.
17.15 Uhr: Ute Janz,
Freireligiöse Landesgemeinde Baden, Ludwigshafen: Robert Blum
und die Freie Religion.
Anfragen bitte an:
DFW und Freireligiöse Gemeinde Berlin, Pappelallee 15, 10437 Berlin.
Tel.: 030–44048000. E-mail: post@freigeistig-berlin.de oder dfw-praesident@web.de |
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| EHF
und IHEU warnen vor Angriff auf das säkulare Europa
Der Angriff der
islamischen Welt auf den Wertekonsens des säkularen Europa wird von
den derzeit verantwortlichen Politikern gänzlich unterschätzt.
Dies gilt europaweit!
Dieser Grundtenor
zog sich durch die Jahrestagungen der European Humanist Federation (EHF)
und der International Humanist and Ethical Union (IHEU) in Turin vom 15.
bis 18.6.2007.
Frau Merkel und Herr
Schäuble verstärken diesen Angriff aus der islamischen Welt auf
unsere europäischen Grundwerte, indem sie die Konfessionalisierung
des Staates vorantreiben. Schäuble führte auf der Islamkonferenz
aus: „Integration verlangt einerseits von in Deutschland lebenden Muslimen
eine vollständige Beachtung der Rechts- und Werteordnung. Andererseits
ist die Mehrheitsgesellschaft gefordert, in Deutschland lebende Muslime
als gleichberechtigten Teil der deutschen Gesellschaft anzuerkennen.“
Vorsicht ist geboten
ob solcher Vorstellungen, deren Gefährlichkeit erst beim zweiten Hinsehen
deutlich wird. Es gibt keine deutsche Rechts- und Werteordnung, sondern
nur eine Rechtsordnung und nicht mehr. Basis des Zusammenlebens in diesem
Lande ist die Anerkennung folgender Rangordnung: Die Grundrechte stehen
über allen religiösen Lehren und Dogmen. Die Islamkonferenz ist
auf dem besten Wege, diesen Grundkonsens zu verlassen. Unsere Regierung
leistet mit solchen missverständlichen Äußerungen Vorschub,
den Grunddreiklang des Staates in Frage zu stellen. „Der Grunddreiklang
heißt: Demokratie, Rechtsstaat, Grundrechte. Dis-pens auf Gott, Koran
und Bibel gibt es nicht. Das ist das staatsbürgerliche Credo“, wie
Heribert Prantl in der SZ vom 3. Mai 2007 schrieb. – Durch die beiden Konferenzen
in Turin zogen sich wie ein roter Faden diese grundsätzlichen Überlegungen.
Die Offenheit für eine Vielfalt von Meinungen und Auffassungen ist
konstitutive Voraussetzung vor allem auch einer öffentlichen Schule
in einem freiheitlich ausgestalteten Gemeinwesen. Deshalb findet auch der
Schritt Berlins, einen verbindlichen Ethikunterricht für alle einzuführen,
europaweite Beachtung. Es ist Aufgabe des Staates zu integrieren und der
Entstehung von religiös und weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften
oder Fundamentalismen entgegenzuwirken. – Führende Vertreter der EHF
und der IHEU werden daher vom 16.–18.11.2007 an der Konferenz des DFW in
Klingberg teilnehmen, die unter dem Motto steht: „A Secular Europe – the
Road to European Citizenship“ (s.u.).
Horst Prem – Vizepräsident |
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Ein
säkulares Europa - der Weg zur europäischen Staatsbürgerlichkeit
Eine Konferenz
mit diesem Titel findet vom 16.-18.11.07 in der Jugend- und Bildungsstätte
Klingberg/Scharbeutz statt. Zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen
Verträge der EU hat die European Humanist Federation (EHF) am 25.
März 2007 die Brüsseler Erklärung veröffentlicht. Hie-rin
wird nochmals bekräftigt, dass Europa auf einer Vielzahl von Kulturen
und Traditionen beruht und seine Bürger der Geschichtsklitterung vom
Christlichen Abendland entgegenwirken müssen.
Die heute maßgebenden
Wertvorstellungen leiten sich nicht von göttlicher Autorität
und auch nicht von einer einzelnen Kultur oder Tradition her, sondern sind
im jahrhundertelangen Kampf den autoritären Herrschaftssys-temen abgerungen
worden. Unsere Werte berücksichtigen Rechte der Schwachen gegen die
Mächtigen und der Einzelperson gegen den potenziellen Unterdrücker.
Mit diesem Seminar
wollen wir die Sichtweisen zur europäischen Staatsbürgerlichkeit
in den verschiedenen Nationen Europas zusammentragen und gemeinsame Wege
zu ihrer Verwirklichung herausarbeiten. Sie müssen letztlich zu einer
Erziehung zu Toleranz und Nichtdiskriminierung führen und zur strikten
staatlichen Neutralität in Religions- und Weltanschauungsfragen. Das
Erziehungsmonopol der Religionsgemeinschaften in Wertefragen ist mit einer
so verstandenen Staatsbürgerlichkeit nicht mehr vereinbar.
Horst Prem / Dr.
Volker Mueller |
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| Betrifft:
Kinderrechte ins Grundgesetz
Kürzlich wurde
ein Brief folgenden Inhalts an die Vorsitzende der Kinderkommission im
Bundestag, Marlene Rupprecht, gerichtet:
„Wie wir den Berichten
Ihrer Kommission entnehmen, bemühen Sie sich zur Zeit darum, dass
die Rechte der Kinder in das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
aufgenommen werden. In diesem Bestreben möchten wir – die Teilnehmer
und Teilnehmerinnen am ‘Unitariertag’ der freien Religionsgemeinschaft
Deutsche Unitarier – Sie ausdrücklich bestärken: Wir sehen mit
großer Sorge, dass immer noch viele Kinder in unserem Lande benachteiligt
oder vernachlässigt werden, und wir haben uns daher auf diesem 3-tägigen
Kongress in Niedernhausen bei Wiesbaden unter dem Leitwort ‘Zukunftswünsche
– Zukunftsängste: Wie wünschen wir uns die Welt?’ in Vorträgen,
Diskussionen und Arbeitskreisen vorwiegend mit den Problemen, Hoffnungen
und Aussichten unserer Kinder beschäftigt. Als ein Ergebnis dieser
Beschäftigung möchten wir Sie bitten, die Bestrebungen zur Aufnahme
der Kinderrechte in unser Grundgesetz nachdrücklich voranzutreiben,
und hoffen, dass unser Eintreten für das gemeinsame Anliegen Ihre
Arbeit beflügelt.
Mit freundlichen Grüßen,
im Namen der Teilnehmenden am Unitariertag,
Eike Möller
Präsident der
Deutschen Unitarier“ |
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Zur
europäischen Verfassung
In einem Brief
an die Bundeskanzlerin erinnert DFW-Präsident Dr. Volker Mueller an
die Einhaltung der allgemein gültigen Grundrechte:
„Sehr geehrte Frau
Dr. Merkel,
derzeit wird über
einen deutlich reduzierten Verfassungsvertrag für Europa gesprochen.
Wir bitten Sie daher dringend, darauf hinzuwirken, die realitätsferne
Politik der EU zu beenden: Ein Vertragswerk in deutscher Fassung mit 482
Seiten dem Parlament oder dem Volk zur Abstimmung vorzulegen, das im Übrigen
grundlegende Verfassungsprinzipien verletzt, entbehrt der so wichtigen
Bürgernähe. Der vorgelegte Verfassungsvertrag beachtet unzureichend
u. E. die demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien der Gewaltenteilung,
der Volkssouveränität, der Vertragstheorie und der säkularen
Begründung des Staates.
Politikbereiche und
Arbeitsfelder der Europäischen Union gehören u. E. ohnehin in
eine Geschäftsordnung und nicht in einen Verfassungsvertrag. Diese
Geschäftsordnung könnte Teil III und IV des derzeitigen Verfassungsvertrages
aufnehmen. Der neue Verfassungsvertrag müsste den oben zitierten Verfassungsprinzipien
genügen und aus folgenden Teilen bestehen: Präambel, Teil I –
den wir vorschlagen, mit ‘Ziele und Aufgaben der Union’ zu überschreiben,
sowie Teil II – die Charta der Grundrechte der EU. Damit wäre der
Verfassungsvertrag in der deutschen Version auf 60 Seiten reduziert. Dieser
Verfassungsvertrag ist u. E. durch Volksabstimmung im Zusammenhang mit
der Wahl zum Europäischen Parlament 2009 in Kraft zu setzen.
Mit der Charta der
Grundrechte und den laizistischen Verfassungsprinzipien ist der Artikel
I-52 nicht vereinbar und daher ersatzlos zu streichen. Nicht demokratisch
organisierten Vereinigungen besondere Privilegien einzuräumen, widerspricht
dem Geist dieses Vertrages. Es spricht nichts dagegen, Kirchen und weltanschauliche
Gemeinschaften in Artikel I-47 unter den Grundsätzen der partizipativen
Demokratie zu erwähnen und die Befolgung dieser Regeln zu fordern.
Setzen Sie sich bitte
zielgerichtet dafür ein, dass Europa eine Verfassung erhält,
die diese Grundsätze beachtet, damit die EU eine Heimstatt aller Europäerinnen
und Europäer wird.
Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Volker Mueller, Präsident des DFW“ |
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„Ethik
in einer europäischen Wertegemeinschaft“
Zu einem Seminar
mit diesem Titel lädt die Freigeistige Aktion für humanistische
Kultur e.V. am Samstag, dem 6. Oktober 2007, ab 10 Uhr ins Naturfreundehaus
63263 Neu-Isenburg, Neuhöfer Str. 55, ein.
Auf dem Programm stehen
u.a. folgende Vorträge: „Das Verhältnis vom Recht zur Moral“;
„Religiöse Sittlichkeit und philosophische Ethik“; „Ideologiefreie
Moralwissenschaft“ (alle von Dr. Erich Satter); „Viktor Kraft und die nachmetaphhysische
Moralbegründung“ (Dr. Oliver Vollbrecht) sowie eine Podiumsdiskussion.
In einer Zeit, in
der nicht nur im Islam der Fundamentalismus stärker wird, gewinnt
– neben der notwendigen Ideologiekritik – auch eine philosophisch abgeleitete
Ethik an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund und der Erkenntnis, dass mit
einer zunehmenden Globalisierung auch die Entwicklung einer pluralistischen
Gesellschaft einhergeht, soll in vier Blöcken untersucht werden, ob
die Moralwissenschaft mit dieser Herausforderung noch Schritt hält
oder ob für eine europäische Wertegemeinschaft nicht eine rational
begründete Ethik stringent wird.
Das Verhältnis
vom Recht zur Moral: Das Positive Recht wird dem Naturrecht gegenübergestellt
und untersucht, ob aus dem „Sein“ der Natur ein „Sollen“ für das menschliche
Verhalten abgeleitet werden kann oder ob naturrechtliche Begründungen
in einen „Naturalistischen Fehlschluss“ münden, d. h. an einer rationalen
Begründung zu scheitern drohen. Dabei wird auch das Kant’sche a priori
– das Gefühl für Gut und Böse sei dem Menschen immanent
– einer kritischen Betrachtung unterzogen und die Frage nach einer Trennung
von Recht und Moral gestellt.
Religiöse Sittlichkeit
und philosophische Ethik: Der religiös abgeleiteten Moral wird eine
philosophisch begründete Ethik gegenübergestellt und beide Richtungen
in Bezug zur sozialen Wirklichkeit gebracht. Gleichzeitig ist zu unterscheiden
in Ethik (als Wissenschaft der Moral) und Moral als die im menschlichen
Zusammenleben gewachsenen sittlichen Normen, wie sie bereits in der „Goldenen
Regel“ zu finden sind.
Ideologiefreie Moralwissenschaft:
Die Erkenntnis, dass die Ethik von drei Säulen – Religion, Philosophie
und Soziologie – getragen wird, soll eine ideologiefreie Begründung
ermöglichen, ohne religiöse Motive auszuschließen. Dazu
werden die Positionen der spekulativen Philosophie durch die analytische
Philosophie ergänzt. Diese gliedert sich in normative, deskriptive
und Meta-Ethik. Der Utilitarismus rückt bei einer deskriptiven Moralbegründung
– als negativer Utilitarismus – ins Zentrum einer abschließenden
Beurteilung.
Viktor Kraft und die
nachmetaphysische Moralbegründung: Auch heute noch glauben nicht wenige,
dass Fragen der Moral primär ein Gegenstand der Theologie seien. Dabei
gehört es zum Selbstverständnis der Moderne, dass Religion etwas
Privates ist und daher nicht zur allgemeinen Moralbegründung herangezogen
werden kann – wenigstens gilt dies der Theorie nach. So entstehen Widersprüche,
die sich gegenwärtig insbesondere an Fragen wie Abtreibung und freiwilliger
Euthanasie entzünden. Auch die Politisierung des Islam hat zu einer
weiteren gesellschaftlichen Verunsicherung beigetragen. Dabei wird häufig
vergessen, dass das Rezept einer areligiösen Moralbegründung
in Europa eine lange Tradition hat. Besonders zu Beginn des 20 Jahrhunderts
entsteht eine Reihe von neuen antimetaphysischen Strömungen. Eine
herausragende Stellung nimmt hier der sog. „Wiener Kreis“ ein. Allerdings
hat dieser, was Fragen der Moralbegründung anbelangt, eine entschieden
negative Position vertreten. Nur ein Philosoph dieser Schule hat ein moralphilosophisches
System vorgelegt: der zu Unrecht vergessene Wiener Philosoph Viktor Kraft.
Anmeldungen bitte
an: Ortrun E. Lenz, Beethovenstr. 96, 63263 Neu-Isenburg, Tel. 06102-723509,
Fax 06102-723513, e-mail: ortrun.e.lenz@t-online.de.
Am Abend vor dem Seminar,
Freitag, 05.10.07, um 18 Uhr, findet die Bundesversammlung der Freigeistigen
Aktion mit anschließendem Autorentreffen des Angelika Lenz Verlages
statt, und zwar in den Räumen der Freireligiösen Gemeinde Neu-Isenburg,
63263 Neu-Isenburg, Ludwigstraße 68. |
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„Internationaler
Terror – brauchen wir den Überwachungsstaat? Weniger Hass in der Welt
– eine Illusion?“
Zu einem Seminar
mit obigem Thema laden die Jugend- und Bildungsstätte Klingberg und
die Deutsche Mitgliedsgruppe der International Association for Religious
Freedom (IARF) vom 12.–14.10.2007 ein. Was sind die Ursachen für den
internationalen Terror? Ist es der Fundamentalismus in den Offenbarungsreligionen
oder ist es das westliche Wirtschaftssystem, was den Abstand zwischen Entwicklungsländern
und Industrieländern ständig vergrößert? Oder ist
es eine Kombination beider Faktoren?
In Angesicht der sich
gegen jeden richtenden terroristischen Bedrohung ist zu fragen: Wie erziehen
wir unsere Kinder zur Toleranz? Wie kann die EU unterstützt werden,
um eine europäische Werteidentität zu schaffen? Wie gestalten
wir die Basis, auf der eine internationale Werteordnung gründet? Wie
führen wir Wertesys-teme inhaltlich ad absurdum, die zu Terror und
Gewalt gegenüber Andersgläubigen aufrufen? Wir wollen versuche,
Antworten auf diese Fragen zu finden. – Tagungsort und Übernachtung:
Jugend- und Bildungsstätte Klingberg, Fahrenkampsweg 7, 23684 Scharbeutz/Klingberg,
Tel. 04524/9388 Fax 04524/1483. Infos und Anmeldung: Obige Anschrift, z.
Hd. Astrid Steinbach, oder info@bildung-klingberg.de, bis spätestens
15.09.2007.
Horst Prem / Manfred
J. Paul |
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Freireligiöse
gegen biblischen Schöpfungsbericht im Biologieunterricht
Bezogen auf die
jüngsten Äußerungen der hessischen Kultusministerin Karin
Wolff stellen wir Folgendes fest:
1.) In einer freien
Gesellschaft steht es frei zu behaupten, dass es keinen Widerspruch gebe
zwischen der biblischen Erklärung für die Entstehung der Welt
und der biologischen Evolution bzw. „naturwissenschaftlicher Erkenntnis“.
Dass Frau Wolff als evangelische Theologin, die selbst als Religionslehrerin
unterrichtet hat, dies behauptet, ändert nichts an der Tatsache, dass
eben diese Behauptung in und außerhalb der Wissenschaft umstritten
bleibt.
2.) Die biblischen
Geschichten von der Entstehung der Welt, des Lebens und der Menschen durch
das Wort Gottes sind nicht überprüfbar. Es gibt kein Experiment,
das sie bestätigen bzw. widerlegen könnte. Deshalb haben sie
mit Forschung und Naturwissenschaft nichts zu tun und gehören auch
nicht in den Biologieunterricht.
3.) Fragen nach dem
Sinn des Seins, Entstehung und Existenz von Welt und Mensch und die entsprechenden
philosophischen und religiösen Antworten haben ihren Platz im Bereich
des Religions- und Ethikunterrichtes.
4.) Bereits im Oktober
2006 hat Frau Wolff ihre persönlichen Glaubensansichten in vergleichbarer
Weise geäußert. Daraufhin zur Rede gestellt, erklärte Sie,
dass in einer fächerübergreifenden Perspektive dem Schüler
die verschiedenen Ansichten näher gebracht werden. Es handelt sich
hier jedoch nur um eine – nämlich um die christliche – Botschaft,
wonach „Gott der Herr“ sei.
5.) Mit Besorgnis
stellen wir fest, dass Frau Wolffs Äußerungen geeignet sind,
den Eindruck zu vermitteln, wonach der biblische Schöpfungsmythos
gleichberechtigt neben der Evolutionslehre Darwins stehe bzw. die Evolution
als Faktum in Frage zu stellen. Es ist dies ein Vorgehen der Kreationisten,
denen an staatlichen Schulen keine Möglichkeit einzuräumen ist,
ihre religiös fundamentalistischen Vorstellungen zu verbreiten.
6.) Die gebotene Trennung
von Kirche und Staat wird durch die Äußerungen von Frau Wolff
unterminiert. Religionsfreiheit ist auch die Freiheit von Religion in und
außerhalb des Biologieunterrichtes. Frau Wolffs kreatio-nistische
Äußerungen bestätigen die Richtigkeit und Wichtigkeit unserer
Forderung nach einer vollständigen Säkularisierung in unserem
Land. In den Schulen sollte nur Platz sein für Ethikunterricht. Der
konfessionelle Unterricht ist von den Kirchen und Religionsgemeinschaften
in eigener Regie außerhalb der Schulen abzuhalten.
Freireligiöse
Landesgemeinschaft Hessen K.d.ö.R – Manfred Gilberg (Präsident) |
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Zur
Brüsseler Erklärung
Die
säkularen Verbände in Europa haben durch eine Unterschriftenaktion
die Brüsseler Erklärung gestützt. Die Unterschriftenliste
aus Deutschland war die zweitlängste nach der englischen. Hier gilt
insbesondere den Unitariern und dem DFW Dank, dass beide die Brüsseler
Erklärung so massiv unterstützt haben.
Diese Brüsseler
Erklärung und der Widerstand Frankreichs hat dann die Bundeskanzlerin
als EU-Ratspräsidentin dazu bewogen, in ihrer Berliner Erklärung
die Forderung fallenzulassen, einen Gottesbezug in die Präambel aufzunehmen!
Dank gilt hier den vielen engagierten Unitariern, die die Brüsseler
Erklärung unterschrieben haben, sowie der IHEU (Internationalen Humanistischen
und Ethischen Union) und der EHF (Europäischen Humanistischen Föderation),
die die ganze Aktion ins Leben gerufen haben. Eine säkulare Zukunftsvision
Europas ist nur durchsetzbar, wenn alle säkularen Verbände mittun.
Wir müssen auf
der Hut sein, dass die abgespeckte Version des EU-Verfassungsvertrages,
die heute in Diskussion ist, nicht wieder Privilegien für nicht-demokratisch
organisierte Verbände enthält, die nicht ihre Mitglieder vertreten,
sondern eigene Doktrinen. Die katholische Kirche ist hierfür ein Musterbeispiel.
Sie hat sich mit dem Artikel I-52 in der EU-Verfassung schon wieder einen
privilegierten Zugang zur EU-Kommission und ihre langfristige Finanzierung
über Konkordate gesichert. Deshalb fordern die säkularen Verbände
in Europa, diesen Artikel I-52 ersatzlos zu streichen. Erst wenn auch dies
gelungen ist, haben wir einen echten Fortschritt erzielt.
Horst Prem |
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Landesversammlung
2007 der Freireligiösen Landesgemeinde Baden
Die Freireligiösen
aus Baden trafen sich in Mannheim, dem Sitz der mit Abstand mitgliederstärksten
Ortsgemeinde, zu ihrer alljährlich stattfindenden Landesversammlung.
Bereits zum 10. Mal
in Folge wurde Rainer Schrauth, Weinkaufmann aus Mannheim, für die
nächsten zwei Jahre zum Vorsitzenden gewählt. Für die aus
beruflichen Gründen ausscheidende Stellvertreterin Tanja Kluth aus
Karlsruhe rückte Wilfried Baumgart aus Mannheim in den Vorstand nach.
Die ausscheidenden
Mitglieder des Landesgemeinderats Herbert Ebel (Heidelberg) und Richard
Freyer (Heilbronn) wurden mit einem Blumengruß geehrt. Für die
nächsten zwei Jahre sind Sieglinde Duda, Ingeborg Laszlo, Stefan Schrauth
und Helma Uehlein (alle Mannheim), Lebrecht Fleck und Stefan Roßbach
(Karlsruhe) sowie Heide Krieg (Konstanz) und Petra Schöttle (Pforzheim)
in diesem Gremium vertreten. Saskia Schöttle aus Pforzheim ist für
die Freireligiöse Jugend ebenso Mitglied des Landesgemeinderats wie
Karl-Heinz Schneider (Mannheim) und Ursula Wittmann (Heidelberg) als Ersatzbeiräte.
Freireligiöse
Landesgemeinde Baden - Joachim Koch (Landessekretär) |
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Antrag
auf Sonderbriefmarke
Der Dachverband Freier
Weltanschauungsgemeinschaften (DFW) beantragt für das Jahr 2009 die
Fertigung einer Sonderbriefmarke aus Anlass der Gründung des Bundes
Freireligiöser Gemeinden Deutschlands K.d.ö.R. (BFGD) vor 150
Jahren. Der BFGD ist eines der Gründungsmitglieder des DFW (1949). |
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