| Das
nachstehend abgedruckte erste Programm des DMB kann das Wesen, das Ziel
und die Aktivitäten des neu gegründeten Bundes nicht umfassend
darstellen, gibt jedoch einen ersten Überblick über seine inhaltlichen
Schwerpunkte:
Der
deutsche Monistenbund will die Kultur des Einzelnen, des Volkes und der
Menschheit fördern, indem er
-
wissenschaftlich unhaltbare und überwundene Weltanschauungen, vor
allem aber ihre Eingriffe in das Einzel- und Gesellschaftsleben bekämpft;
-
neue Erkenntnisse als Grundlagen einer neuen Weltanschauung verbreitet;
-
neue Ideale der Lebensführung aufzuweisen und zu verwirklichen strebt.
Irrig
und kulturhemmend ist jeder Dualismus in der Weltanschauung und Lebensführung.
Irrig und kulturhemmend ist im besonderen:
1.
die Annahme offenbarter göttlicher Wahrheiten mit absoluter Autorität
gegenüber dem menschlichen Forschen nach Wahrheit;
2.
die Annahme unbedingter übernatürlicher Kräfte und Gewalten,
gedacht als freie Ursachen des natürlichen Weltgeschehens;
3.
die Annahme eines himmlischen Jenseits, als Ziel und Vollendung des menschlichen
Lebens auf Erden.
Unsere
neue Weltanschauung ist der Monismus; grundlegend ist für uns:
1.
die Einsicht, daß die Natur aus sich selbst erklärt werden muß,
ohne ein übernatürliches Prinzip;
2.die
Erkenntnis, daß alles Geschehen nach ewigen, ehernen großen
Gesetzen verläuft, die in der Natur der Dinge selbst begündet
sind;
3.
die Überzeugung, daß die Natur einheitlich ist, dieselbe in
allem Geschehen und in allen Gestalten.
Unser
neues Ideal ist die Menschheit, die ihre Stellung in der Natur kennt und
auf Grund dieser Kenntnis in ihr Schicksal selbstbestimmend eingreift.
Die Anwendung der erkannten Naturgesetze auf die Gestaltung des Einzel-
und Gesellschaftslebens soll uns befähigen:
1.
kraftvolle Kulturmenschen zu schaffen, die als Realisten die Dinge nehmen
wie sie sind, um als Idealisten der Entwicklung immer neue Bahnen zu eröffnen;
2.
unser Volkstum in seiner Eigenart zu kräftigen und dem Ideal eines
Kulturstaates immer näher zu bringen;
3.
die menschliche Gattung als eine große Kultureinheit zu immer höheren
Stufen der Naturerkenntnis und Naturbeherrschung, der Selbsterkenntnis
und Selbstbeherrschung zu führen. |